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	<title>Stress-Archiv - anja-singt.de</title>
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	<description>Eine Seite über Gesang und mehr</description>
	<lastBuildDate>Sat, 23 May 2026 09:28:12 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Stress-Archiv - anja-singt.de</title>
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		<title>Der lockere Kiefer – ganz ohne Übungen?</title>
		<link>https://anja-singt.de/der-lockere-kiefer-ganz-ohne-uebungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 12:43:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
		<category><![CDATA[Kiefer&Gesicht]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Locker sein - das ist auf Anweisung schwierig. Auch und gerade wenn man es selbst besonders gerne sein will.<br />
Mit dem Thema Kiefer hatte ich dazu wichtige Erfahrungen. Der Gesangsunterricht hatte mir nicht weitergeholfen. Und konnte das auch nicht ... wie mir dann bewusst wurde.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Thema Kiefer kommt früher oder später im Gesangsunterricht, ab und zu mal auch in Workshops. Er soll locker sein, sich bewegen, je nach Gesangsstil soll das komplette Gesicht locker sein … all das wusste ich aber erst mal nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine allererste Gesangslehrerin hatte ich über eine Freundin kennengelernt, die auch bei ihr Unterricht hatte und da wir beide als Studenten damals nicht viel Geld hatten, haben wir uns abgewechselt und waren alle zwei Wochen bei der Dame.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wirklich eine Dame, gefühlt bestimmt 80 und tatsächlich vermutlich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wollte, dass ich ein „Doofen-Gesicht“ mache, der Begriff hat mich damals nicht gestört, aber rückblickend finde ich ihn ungeschickt gewählt, heute würden mein Geist und Körper sich gegen den Begriff wehren. Und ich dem Lehrer meine Meinung zur Wortwahl sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals war ich jünger und offener was solche Begriffe betrifft und habe einfach gemacht. Dass es dabei auch um den Kiefer geht, hat sie nicht erklärt, aber dass alles im Gesicht entspannt sein soll beim Singen ergab sich aus dem, wie sie es zeigte und vormachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider hat meine Freundin damals bei ihr aufgehört und die Dame hatte dann einen Interessenten, der jede Woche kommen wollte, so dass ich auch nicht weitergemacht habe. Ich habe aber eine grundsätzlich positive Erinnerung an meinen ersten Gesangsunterricht, auch wenn es glaube ich nur ein halbes oder Dreivierteljahr war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Lehrerin hatte ich dann erst nach meinem Studium, sie war ganz anders, quirlig, leicht chaotisch und ich kann mich nicht erinnern, dass der Kiefer ein Thema war. Sie kam auch von einer ganz anderen Richtung. Die erste Lehrerin kam wohl aus der Klassik, die zweite aus dem Popbereich, die u.a. auch mit Belting arbeitete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch das wusste ich damals noch nicht &#8211; dass es ganz unterschiedliche Ansätze und Methoden beim Singen gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Das erste Mal das Thema Kiefer beim Singen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fing an, immer öfter Gesangs-Workshops zu besuchen, und da tauchte das Thema Kiefer im Sinne von locker auf. Später hatte ich auch Lehrer, die wollten, dass ich den Kiefer bewege, meist kreisförmig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erklärt hat aber niemand irgendwas. Und ich weiß auch nicht genau, seit wann mein Kiefer verspannt war. Ich vermute irgendwann vor rund 10 Jahren oder etwas mehr. Ich bemerkte zwar den Stress, aber ehrlicherweise nicht am Kiefer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Lehrerin war dann mal ganz entsetzt und meinte „Das ist ja alles ganz fest!“ Ich mochte zwar nicht ihre naserümpfende Art, aber es war eine wichtige Information, so wusste ich, das irgendwas nicht stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ließ mich den Kiefer hin- und herbewegen, aber es fühlte sich währenddessen und danach nicht überzeugend an. Ich bemerkte keine Veränderung. Damals vermutete ich, dass es an mangelndem Körpergefühl lag. Richtiger wäre gewesen, dass mir bestimmte Sachen einfach nicht aufgefallen waren. Vor lauter Stress beruflich und privat war ich insgesamt sehr verspannt. Und allgemeine Lockerungsübungen halfen da eben nicht mehr. Bzw. machten keinen Unterschied.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Große Kiefer-Probleme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dann bemerkte ich etwas, nämlich dass ich generell Probleme mit dem Öffnen des Kiefers hatte, irgendwie war da sehr viel Druck drauf. Wenn ich sehr gestresst war (es gab damals nur die Varianten &#8222;gestresst&#8220; und &#8222;sehr gestresst&#8220; in meinem Leben), hatte ich Mühe, die Gabel beim Essen zwischen die Zähne zu bekommen. Das fiel definitiv auf. Ich wusste aber zunächst keine Lösung dafür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kieferkreisen half jedenfalls nicht. Mein neuer Gesangslehrer versuchte das damals auch. Aber es veränderte sich nichts. Ich war ratlos, denn beim besten Willen war und blieb alles weiterhin fest. Auch bei der Logopädin hatte ich Lockerungsübungen gemacht, doch auch da war ich nicht weiter gekommen bzw. hatte kein Gefühl der Lockerheit und Entspannung im Kiefer erlebt. Auch nach wochenlangem Massieren des Gesichts und Halses änderte sich nichts. Oder nicht genug, um es zu bemerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst ein Zufall half mir weiter: ich hatte Physiotherapie wegen meines Arms und bei dem Kurzlebenslauf meiner Therapeutin im Flur hatte ich irgendwas von Kiefer gelesen. So fragte ich sie interessiert, was sie in dem Bereich macht und ich hörte zum ersten Mal von CMD. Und bekam die wichtige Information, dass der Zahnarzt (und nicht wie von mir vermutet der Orthopäde) eine Manualtherapie speziell für den Kiefer verschreiben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles war völlig neu für mich, klang aber vielversprechend. Denn Dank Osteopathie hatte ich beim Thema Stress einen Durchbruch erzielt (vgl. Beitrag zum Thema <a href="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/" type="link" id="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/">Entspannung finden</a>) und Dank Manualtherapie ging es nun meinem Arm besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hatte ich Glück: mein Zahnarzt interessierte sich zwar eher für das Thema Knirschen, glaubte mir aber die Probleme mit der Verspannung. Und bei extremem Stress hatte ich auch mal geknirscht nachts, wie ich nun von meinem Mann erfuhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekam also nun Manualtherapie in Kombination mit Heißer Rolle und lernte ganz andere Bereiche der Gesundheit kennen. Von Knirschen und Co hatte ich bisher kaum etwas mitbekommen, nun erzählten mir plötzlich Bekannte, dass sie das seit Jahren haben und schon diverse Spangen zerbissen hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich war zunächst das Öffnen des Mundes eine riesige Herausforderung. Als die Physiotherapeutin meinen Kiefer von außen massiert und bewegt hatte, war noch alles gut gewesen. Aber als sie dann den Kiefer nach unten drücken wollte, merkte ich, mit welch ungeheurer Kraft und Intensität mein Kiefer dagegenhalten wollte. Ich konnte zwar verhindern, dass ich zubiss, aber alles war weit entfernt von locker und loslassen. Irgendetwas in mir wollte unbedingt die Zähne zusammenpressen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Kartoffeln sind für vieles gut</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übungen waren ja auch für zu Hause. Dort konnte ich dann in Ruhe versuchen, meinen Kiefer zu bewegen. Und bemerkte, dass ich wirklich <strong>immer</strong> meine Zähne aufeinander presste. Nur ganz kurz beim Essen und Sprechen wurde das mal unterbrochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konzentrierte mich also zunächst darauf, erst mal das Aufeinanderpressen zu lassen. Nicht mehr gegen die Entspannung zu arbeiten, die noch weit entfernt war. Und irgendwie fiel mir dann das Bild der „heißen Kartoffel“ ein, das in irgendeinem Workshop mal jemand genannt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir wurden die Zusammenhänge bewusst und auch wenn es keine heiße Kartoffel war: dadurch dass ich etwas im Mund hatte und mal darauf achtete, nicht nur mit dem Pressen aufzuhören sondern mir vorzustellen, die Kartoffel sei heiß und ich wollte sie möglichst wenig berühren, konnte ich zum ersten Mal bewusst wahrnehmen, wie es sich anfühlt, wenn der Kiefer tendenziell auf- statt zugehen will. Es fühlte sich absolut ungewohnt und seltsam an. Und auch überhaupt nicht locker und entspannt. Ich musste richtig arbeiten, um den Kiefer in die entgegengesetzte Richtung tendieren zu lassen. Ich benutze das Wort „tendieren“ mit Absicht. Mein Wille, den Kiefer nach unten statt nach oben zu bewegen reichte nicht. Dann hätten zwei Kräfte gegeneinander gearbeitet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es geht eben auch nicht darum, den Mund aufzureißen &#8211; das wäre dasselbe wie das aufeinanderpressen, nur in die andere Richtung. Es war das Gefühl, dass der Kiefer nach unten „tendiert“, eben wie bei einer heißen Kartoffel gar nicht nach oben will sondern eher weg. Und trotzdem will man die Kartoffel ja essen und deshalb kauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich achtete nun jeden Tag immer mal auf meinen Kiefer und wann immer sich meine Zähne gewohnheitsmäßig aufeinanderpressten, machte ich nun das Gegenteil. Ich benötigte noch einige Male die Kartoffel im Mund als Hilfsmittel. Es klingt für mich rückblickend auch schwer zu glauben und erschreckend zu gleich, aber ich hatte wohl damals jegliches Gefühl für Lockerheit verloren gehabt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Neue Erlebnisse und eine gute Lösung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie ging es damals weiter? Ich benötigte ein volles Rezept, also sechs Mal, dann zeigte die Massage meines Gesichts und Kiefers eine deutliche Veränderung, es fühlte sich endlich lockerer an. Und zu meiner Überraschung war mein Gesangslehrer genau in der Stunde nach diesen sechs Wochen begeistert, dass sich nun ganz andere Resonanzräume geöffnet bzw. verbunden hätten im Brustbereich. Und ich selbst merkte auch, wie alles mehr schwang und klang. Es war ein wirklich tolles Gefühl von Resonanz. Ganz rund und voll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit verblasste die Wirkung der Massage (ich selbst konnte mich leider nicht so gut massieren, nur immer ein bisschen lockern) und auch wenn schleichende Veränderungen schwerer zu bemerken sind, fiel mir nach einem halben Jahr auf, dass alles wieder verspannter wurde. Erneut ließ ich mir Manualtherapie verschreiben. Und dieses Mal lockerte es sich schon nach zwei-drei Sitzungen. Das freute mich sehr, dass eine gewisse Basis geblieben war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende der Behandlungsgeschichte ist, dass ich dann nochmal – als über ein Jahr vergangen war &#8211; meinen Kiefer behandeln ließ, um neue (leichtere) Verspannungstendenzen loszuwerden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wie bereits beim Rest meines Körpers hatte ich festgestellt, dass ich ab und zu die Massage von extern benötige, wenn es sich aus verschiedenen Gründen verspannt hat. Ich kann das nicht selbst entspannen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn ich heute mit gezieltem Griff z.B. mein Brustbein entspannen kann oder meine Schultern. Aber das hilft nur bei akuten kleinen Verspannungen. Nicht bei grundsätzlichen Verspannungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zum Thema Lockerheit: mein Kiefer fühlt sich in Gesangsübungen immer noch nicht locker an. Ich weiß inzwischen, was der Lehrer von mir will und was ich tun muss, aber gefühlt ist es dann immer weit unten und sehr seltsam geöffnet. Und nicht „locker“. Was für den Lehrer von außen „locker“ aussieht, fühlt sich für mich immer noch wie „Mund weit aufmachen“ an. Ich bin gespannt, ob sich das irgendwann ändern wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kieferlockerungsübungen im Gesangsunterricht sind nett, helfen aber bei echten Verspannungen nicht</li>



<li>Wichtig ist die Information von jemandem zu bekommen, dass der Kiefer verspannt ist. Hier mein Appell an die Lehrer, dies zu tun, anstatt einfach pauschal Lockerungsübungen zu machen</li>



<li>Eine eigene Wahrnehmung für den Zustand des Kiefers zu haben ist sehr hilfreich, denn dann merkt man selbst, wenn man verspannt ist und was einem gut tut. Hier auch ein Appell an alle Lehrer, nicht einfach zu beschließen, was der Schüler braucht, sondern ihn mit einzubeziehen und zu fragen.</li>



<li>Aber das soll nicht heißen, dass Üben im Allgemeinen oder Übungen für den Kiefer nichts bringen oder nichts taugen. </li>



<li>Regelmäßiges Üben hilft auf jeden Fall und die Übungen aus der Illustration meines Beitrags und auch andere sind in Ordnung. Mir geht es um Individualität, dass Lehrer und/oder Schüler herausfinden, was dem Schüler hilft. Was er benötigt. Und so wie irgendwann Schulterkreisen nicht mehr hilft, weil Nacken und Rücken verspannt sind, hilft eben irgendwann auch ein Kieferkreisen nicht mehr. Trotzdem ist es super, um regelmäßig leichte Verspannungen zu lösen. <br>Oder über einen längeren Zeitraum durchgeführt auch um mittlere Verspannungen wieder loszuwerden.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Nachtrag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nun erzählte mir gerade eine Bekannte, dass sie sich mal Manualtherapie hat verschreiben lassen und ihr das gar nicht weitergeholfen hat. Sie hat damals ihr Verhalten geändert und seitdem regelmäßige Übungen für ihren Körper &#8211; allgemein und für den Kiefer &#8211; gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb möchte ich noch zwei Dinge klarstellen: </p>



<p class="wp-block-paragraph">1. Wie in allen meinen Beiträgen geht es um meine persönlichen Erfahrungen und was mir weitergeholfen hat. Jemandem anderem hilft etwas anderes, deshalb soll bitte jeder selbst ausprobieren und herausfinden, was ihm gut tut und hilft. Ich bin immer für individuelle Lösungen statt einfach Standard-Übungen abzuspulen. Aber natürlich helfen die Standard-Übungen in einem gewissen (höheren) Prozentsatz der Fälle. Sonst wären es nicht die Standard-Übungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Lockerungsübungen sind richtig und wichtig. Man geht nicht einfach zur Manualtherapie und dann ist alles für immer gut. Regelmäßiges Üben / regelmäßige Bewegung sind immer wichtig, egal ob Kiefer, Stimme oder etwas anderes. Nur bei mir war es so, dass ich davor noch &#8222;Starthilfe&#8220; bzw. &#8222;Entspannungshilfe&#8220; benötigte. Mein obiger Beitrag soll nicht heißen, dass man einfach zur Massage/Manualtherapie geht und dann zu Hause so weiter macht wie bisher. Sondern er soll deutlich machen, dass manchmal die Lockerungsübungen einfach zu wenig sind &#8230;</p>
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			</item>
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		<title>Entspannung finden – den eigenen Weg finden</title>
		<link>https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 14:47:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Bauchgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Entspannung – das begegnet einem überall und scheint jeder zu wollen. Verbunden vielleicht mit einem Gefühl von Freiheit oder mit Loslassen. Aber wie soll man das finden mitten im Stress? Und warum verstärken Ratschläge von anderen das Problem noch?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/">Entspannung finden – den eigenen Weg finden</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br><em>Entspannung – das begegnet einem überall und scheint jeder zu wollen. Verbunden vielleicht mit einem Gefühl von Freiheit oder mit Loslassen. Aber wie soll man Entspannung finden mitten im Stress? Und warum verstärken Ratschläge von anderen das Problem noch?</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Entspannen nur noch mehr stresst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal hat man Stress und weiß was man benötigt, um ihn loszuwerden. Legt sich zum Beispiel nach einem stressigen Arbeitstag in die Badewanne, liest auf dem Balkon ein Buch oder geht Joggen. Oder die Freundin hat einen guten Tipp oder man stößt online auf einen Entspannungstipp und sagt: super, das probiere ich aus. Und dann ist man wieder erholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was ist, wenn man (zu lange) nicht bemerkt hat, wie gestresst man ist. Wenn sich (zu) viel Stress angestaut hat? Ein Bad nicht mehr entspannt und das Lesen des Buchs zu anstrengend ist?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei mir gab es privat einiges an Stress über Jahre und als dann noch beruflich und familiär Stress dazu kam, war es zu viel. Das heißt, ich wollte entspannen, aber es ging nicht mehr. Die bisherigen Methoden funktionierten nicht mehr. Ich habe keine Verabredungen mehr abends gemacht, in der Absicht, den Freizeitstress zu reduzieren und „einfach mal in Ruhe“ auf der Couch zu sitzen. Habe gesungen, habe versucht zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe verschiedenes ausprobiert und auch bewusst „nichts“ gemacht. Ich habe Ratschläge versucht umzusetzen, aber das hat mich nur noch mehr gestresst. Rückblickend betrachtet war ich einfach zu ungeduldig, nach dem Motto „Warum hilft das denn jetzt nicht?“. Aber wenn man gestresst ist, ist man eben in einem gewissen Zustand. Und will diesen schnell beenden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe auch gefühlt das ganze Internet durchsucht und mir immer neue Suchbegriffe einfallen lassen, um zu finden, was ich benötige, um zu entspannen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort bin ich dann zunächst auf das gestoßen, was ich bereits gefühlt hatte. Ich hatte nach dem Umgang mit gestressten Menschen gesucht. Und einen wichtigen Satz gefunden:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das einzige was man einem gestressten Menschen nicht sagen darf ist </strong>&#8230; was er tun soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja genau! Ich fühlte mich verstanden. Die ganzen Ratschläge von Freunden und Bekannten hatten mich nur noch mehr gestresst. Und weil es nicht geklappt hat, fühlte ich mich zusätzlich schlecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und war genervt von den ganzen Tipps, den gut gemeinten Ratschlägen. Aber ich suchte weiterhin nach einer Lösung. Denn ich wollte ja entspannen. Aber es ging nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bereit zum Entspannen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da meine Stimme inzwischen dauerbelegt war, hatte ich Logopädie verschrieben bekommen, leider stresste mich das noch zusätzlich. Denn es wurde gefühlt ein ganzer Eimer an Übungen über mir ausgeschüttet. Ich arbeitete diese Übungen ab, aber sie brachten keine Entspannung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rückblickend betrachtet waren diese Übungen an sich nicht schlecht. Aber zehn davon sind für einen gestressten Menschen einfach zu viel. Kombiniert mit der Ungeduld der Logopädin – tatsächlich sagte sie Dinge wie: „Jetzt machen Sie doch mal!“ – hat das leider alles nur verschlimmert und ich war froh, als sie vorschlug, mal ein paar Tage lang keine Übungen zu machen und zu schauen, wie sich das anfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich ging es mir in den Tagen viel besser. Endlich keine „Entspannungs To Dos“ auf der Liste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber eine Lösung war noch nicht gefunden. Außer der Erkenntnis, dass die Logopädin nichts für mich war. Zu dem Zeitpunkt war ich auch unsicher, ob Logopädie überhaupt das richtige für mich ist. <em>(Hinweis: unbedingt den <a href="https://anja-singt.de/tag/die-richtige-uebung/" data-type="post_tag" data-id="22">Beitrag zu der richtigen Übung</a> lesen, um mehr über Logopädie bzw. Stimmtherapie und Atemtherapie zu erfahren)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich suchte weiter und gab immer wieder andere Suchbegriffe im Internet ein.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann war ich mal wieder auf einer Seite mit Tipps zum Entspannen. Überflog diese. Wieder stand da so was wie Buch lesen, Spazieren gehen … kannte ich alles schon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war schon dabei, die Seite zu schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann lasen meine Augen einen Nebensatz in der Einleitung zu den Übungen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Gegenteil von Stress ist übrigens nicht Entspannung, sondern Belastbarkeit.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in dem Bruchteil einer Sekunde als ich das gelesen hatte ging es mir besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All die Gedanken, Probleme, Widersprüche in meinem Kopf lösten sich auf. Warum das mit dem Entspannen nicht geklappt hatte. Warum Entspannen wichtig ist, es aber nicht automatisch den Stress neutralisiert. Dass man Belastbarkeit benötigt – auch um Entspannungsübungen überhaupt machen zu können. Warum mich Entspannungsübungen gestresst haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so vieles mehr. In einem Moment hatte sich so viel aufgelöst und erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich konnte direkt zwei Entspannungsübungen machen. Weil der Druck weg war, entspannen ZU MÜSSEN.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war nun BEREIT zu entspannen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Entspannung finden? &#8211; Die Lösung im Problem gefunden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem war damit nicht automatisch alles gut. Aber ich ging entspannter <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> daran, Lösungen zu finden für mich, meinen Körper, mein Stressproblem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Stress selbst – also den Auslöser – hatte ich beruflich und familiär bereits deutlich reduziert. Aber etwas saß nun tief in meinem Körper fest. Und ich bekam es nicht los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich merkte: <strong>ich kann mich nicht entspannen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sah in diesem Satz plötzlich auch die Lösung. <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-red-color"><strong>Ich</strong></mark> kann mich nicht entspannen. Also folgt daraus: wenn <strong>ich</strong> es nicht kann, müssen es <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-red-color">andere</mark></strong> für mich tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ich hatte immer wieder gemerkt: in dem Moment, wo ich etwas tun musste, war ich gestresst. Und das galt auch für Entspannungsübungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ging ich zur Rückenmassage und fand erste Entspannung. Und kümmerte mich um meinen schmerzenden Arm, der bei der Entspannung definitiv störte. Ließ mir Physiotherapie verschreiben. Achtete aber auch darauf, nicht zu viel auf einmal zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich merkte, dass ich auf dem richtigen Lösungsweg war: mich irgendwo hinzulegen und jemand anderes knetet an meinem Arm oder Rücken herum, das war genau das, was ich brauchte. Ich musste nichts machen, konnte entspannen. Und mein Körper wurde von jemand anderem entspannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn auch das merkte ich: die vielen Ideen, wie man seinen Körper entspannt, zum Beispiel mit progressiver Muskelentspannung, die hatten mir nicht geholfen. Weil mein Körper komplett verspannt war. Ich konnte ihn gar nicht noch mehr anspannen, um dann loszulassen. Das musste erst mal gelockert werden – und zwar von außen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Der Geist folgt dem Körper &#8211; mein zweites Aha-Erlebnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und so kam es, dass ich parallel zur Atemtherapie noch Physiotherapie wegen meines Arms hatte und dann auf die Idee kam, Osteopathie auszuprobieren. Zehn Jahre zuvor hatte mir das bei Rückenschmerzen nicht geholfen. Es kam mir ehrlicherweise damals auch immer noch etwas esoterisch vor. Aber nun hatte ich das Gefühl, dass ein ganzheitlicher Ansatz meinem Körper helfen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ein zweites Mal in dieser Zeit hatte ich ein ganz wichtiges Erlebnis.*</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">*<em>Das erste findest Du <a data-type="post_tag" data-id="22" href="https://anja-singt.de/tag/die-richtige-uebung/">hier</a> im Beitrag über</em> die richtige Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem ersten Besuch bei der Osteopathin hatte ich mich größer gefühlt, nach dem zweiten breiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam die dritte Stunde. Wieder zog sie hier und drückte da. Und dann löste sie eine Verspannung in meiner Schulter. Ich war noch überrascht gewesen, dass da ein Problem war, denn es war die Schulter des Arms, der nicht weh tat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ging ich nach Hause <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-red-color">und plötzlich war alles anders</mark></strong>. Alles fühlte sich so leicht an. Wie ein Stau, der sich aufgelöst hatte. Energie, die wieder floss. Bzw. fließen konnte. Dieses zähe Gefühl, das irgendwie bei allem immer dabei gewesen war, was ich in den letzten Jahren gemacht hatte, war plötzlich weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fühlte mich wie auf Wolken, so wie frisch verliebt, nur ohne rosa. Tagelang habe ich dauergestrahlt aus meinem Inneren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemals hätte ich gedacht, dass körperliche Entspannung so sehr auf den Geist wirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klar, durch den ganzen (geistigen und emotionalen) Stress hatte sich mein Körper über die Jahre immer mehr verspannt. Eine Verbindung von Geist und Körper war mir bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dass das Lösen einer Verspannung im Körper auch mit einem Schlag den Geist befreit, hätte ich nicht gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die „Wolken“, also das schwebende Gefühl wie beim Frisch-Verliebtsein, irgendwann weg gingen, so blieb doch eine Leichtigkeit und das zähe Dauergefühl von davor war weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mir kam vieles andere ins Bewusstsein. Die Leute z.B. die sagen. „Man muss nur wollen.“ Auch ich bin der Meinung, dass man grundsätzlich alles erreichen kann, wenn man will. Aber entspannen zu WOLLEN reicht eben nicht. Man muss auch BEREIT sein (siehe oben), und etwas tun. Etwas, was einem gut tut und zu einem passt. Und das &#8222;Bereit sein&#8220; ist nicht nur ein Frage des Wollens, das kann man nicht erzwingen. Manchmal muss man auch Glück haben, das Richtige für sich zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war und bin jredenfalls sehr glücklich, meinen Weg intuitiv gefunden zu haben. Mit meinem „Bauchgefühl“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser eine Moment bei der Osteopathin, wo meine Energie wieder floss &#8230; ich weiß bis heute nicht, wie ich das auf anderem Wege hätte erreichen können. Das ist einfach toll, dass ich das ausprobiert habe. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe meinen Lösungsweg zum Thema Entspannung gefunden. Darüber bin ich sehr froh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe viel ausprobiert und gemerkt, was mir gut tut und was nicht. Was mich (zusätzlich) stresst und was nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wurde überrascht, wie sehr der Körper dem Geist helfen kann. Zuvor dachte ich, es sei eher umgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann nur jeden ermutigen, seinen eigenen Weg zu finden. Vieles auszuprobieren. Und wünsche jedem viele tolle Momente, schöne Erlebnisse, eine tolle Reise.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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