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	<title>Bauchgefühl-Archiv - anja-singt.de</title>
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	<description>Eine Seite über Gesang und mehr</description>
	<lastBuildDate>Sat, 23 May 2026 09:28:12 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Bauchgefühl-Archiv - anja-singt.de</title>
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		<title>Entspannung finden – den eigenen Weg finden</title>
		<link>https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 14:47:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Bauchgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Entspannung – das begegnet einem überall und scheint jeder zu wollen. Verbunden vielleicht mit einem Gefühl von Freiheit oder mit Loslassen. Aber wie soll man das finden mitten im Stress? Und warum verstärken Ratschläge von anderen das Problem noch?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/">Entspannung finden – den eigenen Weg finden</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br><em>Entspannung – das begegnet einem überall und scheint jeder zu wollen. Verbunden vielleicht mit einem Gefühl von Freiheit oder mit Loslassen. Aber wie soll man Entspannung finden mitten im Stress? Und warum verstärken Ratschläge von anderen das Problem noch?</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Entspannen nur noch mehr stresst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal hat man Stress und weiß was man benötigt, um ihn loszuwerden. Legt sich zum Beispiel nach einem stressigen Arbeitstag in die Badewanne, liest auf dem Balkon ein Buch oder geht Joggen. Oder die Freundin hat einen guten Tipp oder man stößt online auf einen Entspannungstipp und sagt: super, das probiere ich aus. Und dann ist man wieder erholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was ist, wenn man (zu lange) nicht bemerkt hat, wie gestresst man ist. Wenn sich (zu) viel Stress angestaut hat? Ein Bad nicht mehr entspannt und das Lesen des Buchs zu anstrengend ist?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei mir gab es privat einiges an Stress über Jahre und als dann noch beruflich und familiär Stress dazu kam, war es zu viel. Das heißt, ich wollte entspannen, aber es ging nicht mehr. Die bisherigen Methoden funktionierten nicht mehr. Ich habe keine Verabredungen mehr abends gemacht, in der Absicht, den Freizeitstress zu reduzieren und „einfach mal in Ruhe“ auf der Couch zu sitzen. Habe gesungen, habe versucht zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe verschiedenes ausprobiert und auch bewusst „nichts“ gemacht. Ich habe Ratschläge versucht umzusetzen, aber das hat mich nur noch mehr gestresst. Rückblickend betrachtet war ich einfach zu ungeduldig, nach dem Motto „Warum hilft das denn jetzt nicht?“. Aber wenn man gestresst ist, ist man eben in einem gewissen Zustand. Und will diesen schnell beenden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ich habe auch gefühlt das ganze Internet durchsucht und mir immer neue Suchbegriffe einfallen lassen, um zu finden, was ich benötige, um zu entspannen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort bin ich dann zunächst auf das gestoßen, was ich bereits gefühlt hatte. Ich hatte nach dem Umgang mit gestressten Menschen gesucht. Und einen wichtigen Satz gefunden:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das einzige was man einem gestressten Menschen nicht sagen darf ist </strong>&#8230; was er tun soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja genau! Ich fühlte mich verstanden. Die ganzen Ratschläge von Freunden und Bekannten hatten mich nur noch mehr gestresst. Und weil es nicht geklappt hat, fühlte ich mich zusätzlich schlecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und war genervt von den ganzen Tipps, den gut gemeinten Ratschlägen. Aber ich suchte weiterhin nach einer Lösung. Denn ich wollte ja entspannen. Aber es ging nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bereit zum Entspannen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da meine Stimme inzwischen dauerbelegt war, hatte ich Logopädie verschrieben bekommen, leider stresste mich das noch zusätzlich. Denn es wurde gefühlt ein ganzer Eimer an Übungen über mir ausgeschüttet. Ich arbeitete diese Übungen ab, aber sie brachten keine Entspannung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rückblickend betrachtet waren diese Übungen an sich nicht schlecht. Aber zehn davon sind für einen gestressten Menschen einfach zu viel. Kombiniert mit der Ungeduld der Logopädin – tatsächlich sagte sie Dinge wie: „Jetzt machen Sie doch mal!“ – hat das leider alles nur verschlimmert und ich war froh, als sie vorschlug, mal ein paar Tage lang keine Übungen zu machen und zu schauen, wie sich das anfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich ging es mir in den Tagen viel besser. Endlich keine „Entspannungs To Dos“ auf der Liste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber eine Lösung war noch nicht gefunden. Außer der Erkenntnis, dass die Logopädin nichts für mich war. Zu dem Zeitpunkt war ich auch unsicher, ob Logopädie überhaupt das richtige für mich ist. <em>(Hinweis: unbedingt den <a href="https://anja-singt.de/tag/die-richtige-uebung/" data-type="post_tag" data-id="22">Beitrag zu der richtigen Übung</a> lesen, um mehr über Logopädie bzw. Stimmtherapie und Atemtherapie zu erfahren)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich suchte weiter und gab immer wieder andere Suchbegriffe im Internet ein.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann war ich mal wieder auf einer Seite mit Tipps zum Entspannen. Überflog diese. Wieder stand da so was wie Buch lesen, Spazieren gehen … kannte ich alles schon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war schon dabei, die Seite zu schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann lasen meine Augen einen Nebensatz in der Einleitung zu den Übungen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Gegenteil von Stress ist übrigens nicht Entspannung, sondern Belastbarkeit.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in dem Bruchteil einer Sekunde als ich das gelesen hatte ging es mir besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All die Gedanken, Probleme, Widersprüche in meinem Kopf lösten sich auf. Warum das mit dem Entspannen nicht geklappt hatte. Warum Entspannen wichtig ist, es aber nicht automatisch den Stress neutralisiert. Dass man Belastbarkeit benötigt – auch um Entspannungsübungen überhaupt machen zu können. Warum mich Entspannungsübungen gestresst haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so vieles mehr. In einem Moment hatte sich so viel aufgelöst und erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich konnte direkt zwei Entspannungsübungen machen. Weil der Druck weg war, entspannen ZU MÜSSEN.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war nun BEREIT zu entspannen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Entspannung finden? &#8211; Die Lösung im Problem gefunden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem war damit nicht automatisch alles gut. Aber ich ging entspannter <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> daran, Lösungen zu finden für mich, meinen Körper, mein Stressproblem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Stress selbst – also den Auslöser – hatte ich beruflich und familiär bereits deutlich reduziert. Aber etwas saß nun tief in meinem Körper fest. Und ich bekam es nicht los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich merkte: <strong>ich kann mich nicht entspannen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sah in diesem Satz plötzlich auch die Lösung. <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-red-color"><strong>Ich</strong></mark> kann mich nicht entspannen. Also folgt daraus: wenn <strong>ich</strong> es nicht kann, müssen es <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-red-color">andere</mark></strong> für mich tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ich hatte immer wieder gemerkt: in dem Moment, wo ich etwas tun musste, war ich gestresst. Und das galt auch für Entspannungsübungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ging ich zur Rückenmassage und fand erste Entspannung. Und kümmerte mich um meinen schmerzenden Arm, der bei der Entspannung definitiv störte. Ließ mir Physiotherapie verschreiben. Achtete aber auch darauf, nicht zu viel auf einmal zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich merkte, dass ich auf dem richtigen Lösungsweg war: mich irgendwo hinzulegen und jemand anderes knetet an meinem Arm oder Rücken herum, das war genau das, was ich brauchte. Ich musste nichts machen, konnte entspannen. Und mein Körper wurde von jemand anderem entspannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn auch das merkte ich: die vielen Ideen, wie man seinen Körper entspannt, zum Beispiel mit progressiver Muskelentspannung, die hatten mir nicht geholfen. Weil mein Körper komplett verspannt war. Ich konnte ihn gar nicht noch mehr anspannen, um dann loszulassen. Das musste erst mal gelockert werden – und zwar von außen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Der Geist folgt dem Körper &#8211; mein zweites Aha-Erlebnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und so kam es, dass ich parallel zur Atemtherapie noch Physiotherapie wegen meines Arms hatte und dann auf die Idee kam, Osteopathie auszuprobieren. Zehn Jahre zuvor hatte mir das bei Rückenschmerzen nicht geholfen. Es kam mir ehrlicherweise damals auch immer noch etwas esoterisch vor. Aber nun hatte ich das Gefühl, dass ein ganzheitlicher Ansatz meinem Körper helfen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ein zweites Mal in dieser Zeit hatte ich ein ganz wichtiges Erlebnis.*</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">*<em>Das erste findest Du <a data-type="post_tag" data-id="22" href="https://anja-singt.de/tag/die-richtige-uebung/">hier</a> im Beitrag über</em> die richtige Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem ersten Besuch bei der Osteopathin hatte ich mich größer gefühlt, nach dem zweiten breiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam die dritte Stunde. Wieder zog sie hier und drückte da. Und dann löste sie eine Verspannung in meiner Schulter. Ich war noch überrascht gewesen, dass da ein Problem war, denn es war die Schulter des Arms, der nicht weh tat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ging ich nach Hause <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-red-color">und plötzlich war alles anders</mark></strong>. Alles fühlte sich so leicht an. Wie ein Stau, der sich aufgelöst hatte. Energie, die wieder floss. Bzw. fließen konnte. Dieses zähe Gefühl, das irgendwie bei allem immer dabei gewesen war, was ich in den letzten Jahren gemacht hatte, war plötzlich weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fühlte mich wie auf Wolken, so wie frisch verliebt, nur ohne rosa. Tagelang habe ich dauergestrahlt aus meinem Inneren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemals hätte ich gedacht, dass körperliche Entspannung so sehr auf den Geist wirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klar, durch den ganzen (geistigen und emotionalen) Stress hatte sich mein Körper über die Jahre immer mehr verspannt. Eine Verbindung von Geist und Körper war mir bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dass das Lösen einer Verspannung im Körper auch mit einem Schlag den Geist befreit, hätte ich nicht gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die „Wolken“, also das schwebende Gefühl wie beim Frisch-Verliebtsein, irgendwann weg gingen, so blieb doch eine Leichtigkeit und das zähe Dauergefühl von davor war weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mir kam vieles andere ins Bewusstsein. Die Leute z.B. die sagen. „Man muss nur wollen.“ Auch ich bin der Meinung, dass man grundsätzlich alles erreichen kann, wenn man will. Aber entspannen zu WOLLEN reicht eben nicht. Man muss auch BEREIT sein (siehe oben), und etwas tun. Etwas, was einem gut tut und zu einem passt. Und das &#8222;Bereit sein&#8220; ist nicht nur ein Frage des Wollens, das kann man nicht erzwingen. Manchmal muss man auch Glück haben, das Richtige für sich zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war und bin jredenfalls sehr glücklich, meinen Weg intuitiv gefunden zu haben. Mit meinem „Bauchgefühl“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser eine Moment bei der Osteopathin, wo meine Energie wieder floss &#8230; ich weiß bis heute nicht, wie ich das auf anderem Wege hätte erreichen können. Das ist einfach toll, dass ich das ausprobiert habe. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe meinen Lösungsweg zum Thema Entspannung gefunden. Darüber bin ich sehr froh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe viel ausprobiert und gemerkt, was mir gut tut und was nicht. Was mich (zusätzlich) stresst und was nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wurde überrascht, wie sehr der Körper dem Geist helfen kann. Zuvor dachte ich, es sei eher umgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann nur jeden ermutigen, seinen eigenen Weg zu finden. Vieles auszuprobieren. Und wünsche jedem viele tolle Momente, schöne Erlebnisse, eine tolle Reise.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die richtige Übung &#8211; wie sie alles verändern kann</title>
		<link>https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 16:54:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Bauchgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
		<category><![CDATA[reflektorische Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmtherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Körperwahrnehmung ist wichtig – nicht nur beim Singen. Eine Gesangslehrerin sagte mal: „Ich habe viele, die spüren sich gar nicht.“ Mittlerweile habe ich Zweifel, ob das stimmt. Liegt das „Nicht-Spüren“ vielleicht daran, dass bisher noch nicht die zum Schüler passende Übung gefunden wurde? Was die „richtige“ Übung bewirken kann, habe ich in einem grundlegenden Aha-Erlebnis &#8230; </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br><em>Körperwahrnehmung ist wichtig – nicht nur beim Singen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine Gesangslehrerin sagte mal: „Ich habe viele, die spüren sich gar nicht.“ Mittlerweile habe ich Zweifel, ob das stimmt. Liegt das „Nicht-Spüren“ vielleicht daran, dass bisher noch nicht die zum Schüler passende Übung gefunden wurde? Was die „richtige“ Übung bewirken kann, habe ich in einem grundlegenden Aha-Erlebnis erfahren.</em> <em>So eines wünsche ich jedem.</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Durch viele Erlebnisse habe ich gelernt, dass man letztendlich nur selbst herausfinden kann, was man braucht. Denn wenn der Lehrer nicht zufällig die „richtige Übung“ für einen auswählt, ist das die einzige Möglichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dass die richtige Übung einen so extremen Unterschied macht, hätte ich niemals gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herausgefunden habe ich es zufällig durch eine Kombination aus sehr viel Stress und sehr viel Pech.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Thema Stress werde ich an anderer Stelle noch einiges schreiben, denn dazu habe ich noch viel zu sagen bzw. viele Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier nur ganz kurz: Ich hatte vor einigen Jahren sehr viel Stress und es war mir nicht aufgefallen, dass Körper und Geist davon immer mehr beeinflusst waren, bis einer Gesangslehrerin meine belegte Sprechstimme auffiel und mir empfahl, mir Logopädie verschreiben zu lassen. Das sei auch für den Gesangsunterricht hilfreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte Logopädie bis dahin mit Dingen wie Stottern, Lispeln oder anderen Problemen mit der Aussprache verbunden. Und hatte bei der Suche nach einer Logopädin (noch) keine Ahnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte dann viel Pech, aber genau das hat mir wichtige Erkenntnisse gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Logopädin überschüttete mich mit Entspannungs- und Stimmübungen und fragte dauernd, wie ich mich fühle. Oder was. Das klingt erst mal nicht schlimm und sogar nach der von mir oben erwähnten und gewünschten Körperwahrnehmung. Bzw. dem Training dafür. Leider ging es ihr aber nicht um mich und das was ich fühle. Es ging immer nur darum, dass ich die Antworten gebe, die sie hören wollte, damit sie zur nächsten Übung gehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das extremste und anschaulichste Beispiel schreibe ich hier nieder, aber natürlich gab es sehr viel mehr.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Sie müssen mehr auf Ihren Körper hören&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Logopädie-Stunde. Die siebte von zehn.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich sollte alles in meinem Gesicht anspannen, Zähne aufeinanderpressen usw. und dann loslassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dann kam die Frage: „Was spüren Sie in Ihren Wangen?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich: „Nichts“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie war offensichtlich mit meiner Antwort unzufrieden und fragte etwas genervt nochmal nach. Ich sagte wieder: „Nichts.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie fragte immer und immer wieder nach. Insgesamt zehnmal (!).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach dem fünften Mal meinte sie reichlich genervt: „Jetzt mache ich es Ihnen schon extra einfach! Ich frage Sie gar nicht mehr, WAS Sie spüren, sondern OB Sie etwas spüren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich spürte aber (weiterhin) nichts und merkte aber nach neun Malen, dass wir so wohl nicht weiterkommen würden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich war aber auch nicht bereit, die Antwort zu geben, die sie hören wollte, wenn es nicht stimmte. Es ging ja um mich und meine Gefühle.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Deshalb sagte ich mühsam: „Wenn ich es mir einbilden würde, könnte ich vielleicht etwas spüren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mehr Konjunktive hatte ich auf die Schnelle nicht in der Antwort unterbringen können. Sie hat die Botschaft zwischen den Zeilen aber nicht gehört, sondern war augenblicklich am Strahlen und überglücklich (und dachte vermutlich: endlich fühlt diese störrische Patientin das was sie soll.).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Damit war die „Übung“ endlich beendet. Und in dem Augenblick wo der Druck weg war, etwas spüren zu müssen, fühlte ich die Entspannung in meinem Gesicht. Ich konnte dies aber nicht mehr sagen (in der Regel kam ja dann auch sofort die nächste Übung).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In diesem Fall sagte die Logopädin aber augenrollend: „Sie müssen aber auch mehr auf Ihren Körper hören!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und ich dachte mir nur: wenn ich das tun würde, würde ich Sie erwürgen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gesagt habe ich dann stattdessen, dass ich es respektlos finde, wenn sie mir zehnmal dieselbe Frage stellt. Sie entschuldigte sich dann und fragte zurück, wie oft Nachfragen denn in Ordnung sei. Ich meinte daraufhin etwas zögerlich: einmal ist okay (am liebsten hätte ich spontan „Gar nicht“ gesagt, aber manchmal kann eine Nachfrage ja sinnvoll sein, um z.B. Missverständnisse aufzuklären.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und die Antwort der Logopädin darauf? „Na gut, einigen wir uns auf dreimal.“</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Endlich Hilfe &#8211; und DAS Aha-Erlebnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenig überraschend habe ich mir eine neue Logopädin gesucht und hatte das Glück, bei einem neuen Arzt das auch noch mal verschrieben zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste nun was ich nicht wollte und achtete mehr darauf, dass es um Stimme geht (eine Praxis speziell für Stimmstörungen. Denn ich hatte gelernt: es gibt Sprech-, Sprach und Stimmstörungen. Und es gibt Praxen, die alles anbieten, und welche, die auf Stimmprobleme spezialisiert sind).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte dann richtig großes Glück, an eine Logopädin und Atemtherapeutin zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mein gestresster Körper und Geist dringend benötigten bekam ich nun: Geduld, Respekt und Verständnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und <strong>das wichtigste Erlebnis, das ich zum Thema Körperwahrnehmung jemals hatte.</strong> Und zugleich die Erkenntnis, wie grundlegend entscheidend die „richtige Übung“ ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Atmen, das eher „Durchatmen“ als eine Übung war, kam eine Atemübung kombiniert mit einer Bewegung. Die Logopädin ging ganz langsam und geduldig vor. Erst mal nur atmen. Dann die Bewegung. Dann auf das eine achten, dann auf das andere. Und schließlich auf das Zusammenspiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wie es mir schon so oft bei Übungen ergangen war: ich machte das zwar alles. Aber wenn ich mich auf die Atmung konzentrierte, schien die Bewegung etwas aus dem Fluss zu kommen. Konzentrierte ich mich auf die Bewegung, floss der Atem nicht mehr so. Es fühlte sich so an wie zwei Zahnräder, die nicht ganz ineinander greifen. Es kostete mich ständige Konzentration, beides am Laufen zu halten. Irgendwie war es zäh und anstrengend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war es gewohnt, dass dann vom Gegenüber ein: &#8222;Einfach machen!&#8220;, &#8222;Nicht nachdenken!&#8220; oder ähnliches kam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie blieb geduldig und verständnisvoll und schlug eine andere Bewegung in Kombination mit dem Ein- und Ausatmen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in dem Augenblick, als ich die Bewegung machte, war plötzlich alles anders: ich musste nicht beides konzentriert am Laufen halten. Die Frage, die sie erst später stellte, hatte sich sofort beantwortet: Atmung und Bewegung waren eins. Ein harmonisches Ganzes. Einfach ein tolles Gefühl im Körper. Eine Harmonie die ich nie (oder schon sehr lange nicht mehr) gespürt hatte. Ich musste auf nichts achten. Alles lief wie von selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie probierte noch eine dritte Bewegung aus. Und wieder wurde ich vom Ergebnis überrascht: in dem Augenblick, als ich die Bewegung ausführte, war mein gesamter Körper komplett verspannt und ich hatte aufgehört zu atmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Rückmeldung von mir dazu, kam ein fröhliches: „Dann nehmen wir die zweite Übung.“ von der Logopädin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hingegen war jenseits meiner bisherigen Gedanken- und Gefühlswelt: niemals hätte ich gedacht dass drei Übungen (die alle laut Lehrbuch dasselbe bewirken sollen) derart unterschiedliche Auswirkungen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und welch ein Zufall, dass die drei Bewegungen, die sie ausprobierte, auch drei unterschiedliche Dinge bewirkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">A) es ist alles ganz leicht und harmonisch</p>



<p class="wp-block-paragraph">B) es ist irgendwie zäh, geht aber mit Konzentration</p>



<p class="wp-block-paragraph">C) es geht gar nicht</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es wurde mir schlagartig so vieles klar: die vielen Male wo ich mich durch Übungen gequält hatte und mir gesagt wurde: mach einfach, lass dich auf die Übung ein, denk nicht nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder wenn man die Gedanken des Lehrers, die er vermutlich hatte, stark zusammenfasst: „Stell Dich nicht so an!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hatte ich mich immer doppelt schlecht gefühlt. Dass die Übung nicht so geklappt hat, dass alles so zäh gewesen war. Und dass wohl irgendwas mit mir bzw. meinem Mindset nicht stimmte. Dass irgendwas in meinem Inneren total schwierig und anstrengend ist. Und dann war ich genervt von mir selbst gewesen und habe in meinem Inneren nach Gründen gesucht, warum die Übung sich so zäh anfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die vielen Male, wo mir unterstellt worden war, ich hätte kein Körpergefühl Nur weil ich nicht das fühlte was ich sollte. Was das Lehrbuch sagte oder der Lehrplan des Lehrers. Am Ende hatte ich es selbst fast geglaubt, dass ich kein Körpergefühl habe bzw. mit meinem etwas nicht stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekam aber nun das Selbstbewusstsein zurück, dass mein Körpergefühl richtig ist, auch und gerade wenn es sich zäh anfühlt. Es gibt Gründe für das zähe Gefühl, ja. Vielleicht muss ich eine innere Bremse lösen. Vielleicht ist es aber auch einfach nicht die passende Übung.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Meine Körperwahrnehmung &#8211; und endlich Bauchgefühl</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dieser Erkenntnis und dem Gefühl für die drei möglichen Wirkungen einer Übung, bin ich an die Übung in der nächsten Stunde ganz anders herangegangen: auf einen Igelball tretend sollte ich ausatmen und dann beim Zurückgehen einatmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kannte ich schon von der ersten Logopädin, aber es war damals zäh gewesen und sie genervt. Und ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun aber übte ich zu Hause und merkte: irgendwas stimmt einfach mit der Übung nicht. Beim Zurückgehen war ich immer angespannt. Dieses Grundgefühl in meinem Körper konnte ich nicht ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also kehrte ich die Übung um: ich atmete beim Zurückgehen aus und beim nach vorne gehen ein. Und plötzlich fühlte sich alles viel leichter und stimmiger an. Die Übung entsprach nun meinem Körpergefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich in der nächsten Stunde der Logopädin beides vorführte war sie überrascht und begeistert. Zu meiner Variante sagte sie: &#8222;Und plopp war der Bauch draußen.&#8220; Und ich verstand plötzlich, dass es nicht um die Bauchbewegung ging, denn das Rein und Raus des Bauches geht auch ohne Atmen, nur mit Hilfe von Muskeln. Der Wechsel von Anspannung und Entspannung ist aber etwas anderes. Und in dem ganzen Stress hatte mein Körper das verlernt, war dauerangespannt gewesen, hatte nie mehr losgelassen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, Atmen beim Gesang ist mehr als reflektorische Einatmung, aber die Entspannung zwischendurch ist wichtig, sonst baut sich zu viel Spannung auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hatte ich nun verstanden und gefühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein langes Ausatmen und das entspannte oder besser entspannende Einatmen ist deshalb seitdem eine wichtige Methode für mich, Stress und Anspannung loszuwerden. Zugleich merke ich auch an der Bauchbewegung, wenn die Anspannung (noch) nicht weg ist. Ganz wichtig für mich: Entspannung kann man nicht erzwingen. Sonst bewegt sich zwar zum Beispiel der Bauch, aber ohne dass sich die Spannung wirklich löst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Entspannung ist auch nicht das Gegenteil von Stress. Vergleiche den Beitrag zu Stress und Entspannung &#8222;<a href="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/" data-type="post" data-id="771">Entspannung finden &#8211; den eigenen Weg finden</a>&#8222;.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe bewusst dieses Thema als allerersten Blogbeitrag gewählt. Weil es eine grundlegende Erfahrung war, die alles verändert hat. Körper und Geist. Mein Selbst-Bewusstsein. Ich könnte in diesem Beitrag noch so viel schreiben, aber das werde ich in anderen Blogbeiträgen tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es hat sich noch so viel mehr ergeben und verändert. Freut Euch auf viele weitere Beiträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/">Die richtige Übung &#8211; wie sie alles verändern kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
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