<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Stimmtherapie-Archiv - anja-singt.de</title>
	<atom:link href="https://anja-singt.de/tag/stimmtherapie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://anja-singt.de/tag/stimmtherapie/</link>
	<description>Eine Seite über Gesang und mehr</description>
	<lastBuildDate>Mon, 22 Jun 2026 13:46:14 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.2</generator>

<image>
	<url>https://anja-singt.de/wp-content/uploads/2026/03/Anja-singt-favicon-150x150.png</url>
	<title>Stimmtherapie-Archiv - anja-singt.de</title>
	<link>https://anja-singt.de/tag/stimmtherapie/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Atemfluss, Stakkato – oder: was ich gerne früher gewusst hätte</title>
		<link>https://anja-singt.de/stakkato-und-atemfluss-oder-wie-wichtig-der-richtige-zeitpunkt-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 18:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Atemfluss]]></category>
		<category><![CDATA[reflektorische Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[stakkato]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmtherapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://anja-singt.de/?p=390</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wann ist es Zeit für eine bestimmte Übung oder Information? Warum sagen Lehrer nicht einfach, worum es geht?<br />
Gesangsunterricht ist oft ein Ratespiel. Für beide Seiten. Und manches ist unnötig. Gerade bei grundlegenden Dingen wie der Atmung.<br />
Ich habe 25 Jahre gebraucht, um ein grundlegendes Missverständnis aufzuklären ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/stakkato-und-atemfluss-oder-wie-wichtig-der-richtige-zeitpunkt-ist/">Atemfluss, Stakkato – oder: was ich gerne früher gewusst hätte</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group alignfull is-style-ext-preset--group--natural-1--section has-background-background-color has-background" style="margin-top:0;margin-bottom:0;padding-top:var(--wp--preset--spacing--70);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--70)"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<div class="wp-block-group alignwide ext-is-logical-start is-content-justification-left"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-container-core-group-is-layout-cf1c2927 wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="wp-block-paragraph"><em>Wann ist es Zeit für eine bestimmte Übung oder Information? Warum sagen Lehrer nicht einfach, worum es geht?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gesangsunterricht ist oft ein Ratespiel. Für beide Seiten. Aber manches ist unnötig finde ich. Gerade bei grundlegenden Dingen wie der Atmung.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div></div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-group alignwide ext-is-logical-start is-content-justification-left"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-container-core-group-is-layout-cf1c2927 wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="has-text-align-left ext-animate--on wp-block-paragraph"></p>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading">Atmung als Basis für Gesang</h2>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">In jeder Gesangsstunde und besonders bei der Probestunde ist Atmung ein Thema. Die meisten Gesangslehrer fangen damit an. Zum einen als Thema an sich, das sich dann in vielen Gesangsstunden fortsetzt und immer wieder aufgegriffen wird. Und es wird gerne auch zu Beginn jeder Gesangsstunde genommen, als Vorbereitung und Einstimmung von Stimme&amp;Körper für das Singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Atmen beim Gesang wichtig ist, war mir immer schon klar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich habe es weder vom Körper noch vom Verstand her begriffen gehabt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab Übungen mit Ausatmen. Zum einen stimmlos – z.B. auf f, s (wie in Bus) oder zum anderen stimmhaft, dann gerne auch auf s (aber wie in Rose). Das beliebte stimmhafte „s“ fiel mir in den Übungen immer schwer. Es hat immer etwas gestottert. Rückblickend war das einfach nicht der richtige Konsonant für mich, um den Atemfluss herzustellen. Ich wusste aber eben nicht, wie ich mit meiner Zunge ein dauerhaftes summendes „s“ bilde, denn sonst &#8211; beim Sprechen &#8211; ist das „s“ ja sehr kurz … und ich wusste auch nicht dass es um Atemfluss geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann das allseits beliebte „p, t, k, f, s, sch“ oder je nach Lehrer ein paar weniger Konsonanten davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann wurde immer wieder nach dem Bauch gefragt, man sollte die Hand auf den Bauch legen oder auch seitlich oder auch mal an den hinteren Rücken. Das passierte auch oft in Workshops. Ab und zu durfte man auch den Bauch des Lehrers anfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles wirkte damals in sich schlüssig, ich habe auch Bewegungen und Muskeln in meinem Körper gespürt. Oder dem des Lehrers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber verstanden habe ich rückblickend betrachtet nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahlweise wurde dann noch von „Stütze“ oder „Support“ gesprochen oder der Lehrer hatte eine eigene Meinung und Begriff, weil er beide Worte nicht passend oder gar irreführend fand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessanterweise hat mir keiner der Begriffe jemals geholfen oder mich in die Irre geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte etwas anderes gebraucht.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man letztendlich nur selbst herausfinden kann, was man braucht. Wenn der Lehrer nicht zufällig die „richtige Übung“ auswählt, ist das die einzige Möglichkeit. Das erstaunt mich besonders, denn durch den regelmäßigen Besuch von Workshops und das Ausprobieren verschiedener Lehrer (und auch im Chor gab es Atemübungen) habe ich die unterschiedlichsten Übungen kennengelernt. Aber beim Thema Atmung war das alles nicht das, was ich brauchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Dass die richtige Übung einen so extremen Unterschied beim Singen-Lernen macht, hätte ich niemals gedacht. Vgl den <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/" data-type="post" data-id="436">Beitrag zur richtigen Übung</a>)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sprechen auf dem Atemfluss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte vor einigen Jahren sehr viel Stress</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch habe ich mich mit meinem Körper beschäftigt und was mir gut tut und was nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin unter anderem auch bei einer Atemtherapeutin gewesen. Die mir auf sehr vielen Ebenen geholfen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die allgemeine Arbeit an meiner Atmung und Stimme hat mir sehr weitergeholfen für den Gesangsunterricht. Es ging zwar um meine Sprechstimme, die stressbedingt dauerbelegt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber gesunde Sprech- und gesunde Gesangstechnik sind ja miteinander verwoben, immerhin benutzen sie denselben „Stimmapparat“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spricht man also sehr gestresst, zieht das auch die Gesangsstimme in Mitleidenschaft und umgekehrt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Entspannung der Stimme fing es in der Stimmtherapie ganz langsam an. Stück für Stück wurde dem Atem wieder etwas Stimmklang hinzugefügt. Und zwischendurch die Stimme immer wieder entspannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Atemtherapeutin hatte als Übungsbasis ein „luftiges w“. Also irgendwie eine Mischung aus f und w. Oder eben ein „w“ mit Luft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kam meiner Stimme und meinem Körper sehr entgegen (das summende „s“ war nie meins gewesen siehe oben). Und es war die Basis der Stimmarbeit. Am Anfang nur „fw“, dann ein paar Silben und wieder „fw“ dazwischen und langsam (seeehr langsam, es dauerte Monate!) wurden die Sätze zwischen den „w“s länger. Und die „f“s zu den „w“s wohl auch etwas weniger. Denn mein Körper und ich hatten verstanden: es braucht Luft zum Sprechen. Sprechen auf dem Atemstrom.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Ausatmen im Fluss hat Stimme und Körper entspannt. Auch wenn die Entspannungsphase beim Einatmen ist (reflektorische Einatmung). Das luftige „w“ ist mir übrigens tatsächlich später nochmal begegnet als Entspannungsmethode.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich sehr viel Stress gehabt hatte und ich extrem verspannt gewesen war, musste ich viel üben. Aber ich hatte vom Körpergefühl und vom Verstand nun begriffen, wie wichtig der fließende Atem ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom „Sprechen auf dem Atemfluss“ zum „Singen auf dem Atemfluss“ war es dann zum Glück nur ein kleiner Schritt. Es kamen zwar noch andere Aspekte dazu, aber das Gefühl des &#8222;Fließens&#8220; an sich war zum Glück gleich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Atemfluss &#8211; ein neues Erlebnis beim Singen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte eine Gesangspause wegen Ferien gehabt. Die Atemtherapeutin war unsicher, ob mein Gesangslehrer meiner Stimme gut tut (nicht jede Gesangs-Methode ist geeignet bei einer gestressten Stimme). Doch ich hatte Vertrauen in meinen Körper und in meinen Gesangslehrer. Auch durch seine verständnisvolle und fachlich reflektierte Reaktion auf meine Stimmprobleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hatte ich das starke Bauchgefühl, dass ich wieder auf’s Pferd steigen muss, um den Mut zu haben, trotz Stimmproblemen (weiter) zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und tatsächlich kostete es mich einiges an Überwindung, wieder zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fühlte mich unsicher und sang im Unterricht vorsichtig die ersten Töne. Mein Gesangslehrer war sofort begeistert und rief spontan aus: „Toll, Du hast jetzt verstanden, dass Singen auch Ausatmen ist!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat mich einerseits gefreut, aber andererseits bin ich der Überzeugung, dass ich bzw. mein Körper schon früher diese Erkenntnis hätte haben können, wenn ich andere Übungen und/oder Erklärungen gehabt hätte. Wenn die Körperwahrnehmung mehr Thema wäre beim Gesang und nicht nur das Ausführen von Übungen. Und zwar individuell für jeden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich noch weitere 25 Jahre Workshops hätte besuchen können und Gesangslehrer hätte ausprobieren können. Aber ohne meine Stimmprobleme und die Atemtherapeutin hätte ich das womöglich nie verstanden bzw. gefühlt. Denn auch danach habe ich keinen Lehrer erlebt, der das so erklärt hat bzw. die Übung hatte, mit deren Hilfe ich das verstanden hätte. Gerade weil ich es nun verstanden und gefühlt habe, fiel mir umso mehr auf, wie absolut unpassend und unverständlich das für mich ist, was Lehrer machen zum Thema Atmen. Betonung auf: <strong>für mich</strong>. Wenn das anderen hilft, ist das in Ordnung. Aber ich benötige etwas anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mir ist bewusst geworden, dass auch der Zeitpunkt entscheidend ist. Der richtige Satz und die richtige Übung zum richtigen Zeitpunkt. Denn manches versteht man erst, wenn man etwas anderes als Grundlage hat. Oder Zusammenhänge herstellen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den einen Satz, der mir heute zum Durchbruch verhilft, hätte ich vielleicht vor 5 Jahren gar nicht verstanden. Oder zwar intellektuell verarbeitet, aber die Bedeutung im Körper nicht gespürt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem habe ich für mich das Fazit gezogen, möglichst viel auszuprobieren, zu recherchieren, nachzufragen. Wenn ich manches erst in ein paar Jahren einordnen kann … dann ist das so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lehrer sollten meiner Meinung nach auch mal was neues probieren. Und altes wieder aufgreifen. Vielleicht klappt es jetzt ganz anders als vor ein paar Monaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine summenden „s“ zum Beispiel flossen nun besser dank der Vorstellung mit dem Atemfluss. Und in einem Workshop erwähnte ich, dass mir das „fw“ mehr geholfen hat. Die Lehrerin hatte aber die Erfahrung gemacht, dass das „w“ oft unbeliebt ist, weil es nicht gut fließt sondern stottert und außerdem von Schülern unangenehm bewertet wird, weil es auf den Lippen kitzelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärt warum sie und andere Lehrer gerne mit „s“ arbeiten, jedoch ist es bei mir eben so, dass das „s“ zum Stocken neigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gerne hätte mal jemand früher was sagen können</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hatte ich noch eine wichtige Erkenntnis zur Übung mit dem „p, t, k, f, s, sch“ und dem Stakkato-Singen. 25 Jahre lang hatte ich gedacht, alle Übungen seien für die reflektorische Einatmung. Also habe ich immer fleißig zwischengeatmet. Und war zufrieden, weil ich schnell zwischen jedem einzelnen Konsonanten eingeatmet hatte und mein Bauch sich mitbewegte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun plötzlich wurde mir klar, dass es auch bei stakkato um den Atemfluss geht. Also nichts mit zwischendurch atmen. Sondern die Stimme auf dem Atemfluss weiterführen, trotz Unterbrechung. Bzw. manchmal ist das in der Übung gewünscht, manchmal nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da bin ich schon sehr enttäuscht, dass 25 Jahre lang diverse Lehrer und Workshopleiter mich und andere diverse Übungen haben machen lassen. Und nie hat einer mal gesagt: kannst du das mal ohne Zwischenatmen probieren, im Fluss?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also da wäre der richtige Zeitpunkt für diese Info eindeutig <strong>viel</strong> früher gewesen und meiner Meinung nach hätte man, wenn es nicht geklappt hätte, da prima dran arbeiten können. Statt den Schüler unwissend zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem frage ich noch mehr nach, wozu die Übung gut ist. Auch wenn das Lehrer oft nervt und sie das missinterpretieren. Aber nun habe ich mit der p,t,k,f – Übung ein schönes Beispiel dafür, dass eine kleine Info innerhalb der 25 Jahre echt wichtig gewesen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sonst hätte ich noch weitere 25 Jahre lang eifrig zwischengeatmet. Nun achte ich im Zweifel auf die Bauchbewegung des Lehrers beim Vormachen oder frage nach, denn ich habe keine Lust, dass es wieder Missverständnisse gibt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/stakkato-und-atemfluss-oder-wie-wichtig-der-richtige-zeitpunkt-ist/">Atemfluss, Stakkato – oder: was ich gerne früher gewusst hätte</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die richtige Übung &#8211; wie sie alles verändern kann</title>
		<link>https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 16:54:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Bauchgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
		<category><![CDATA[reflektorische Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmtherapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://anja-singt.de/?p=436</guid>

					<description><![CDATA[<p>Körperwahrnehmung ist wichtig – nicht nur beim Singen. Eine Gesangslehrerin sagte mal: „Ich habe viele, die spüren sich gar nicht.“ Mittlerweile habe ich Zweifel, ob das stimmt. Liegt das „Nicht-Spüren“ vielleicht daran, dass bisher noch nicht die zum Schüler passende Übung gefunden wurde? Was die „richtige“ Übung bewirken kann, habe ich in einem grundlegenden Aha-Erlebnis &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/">Die richtige Übung &#8211; wie sie alles verändern kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br><em>Körperwahrnehmung ist wichtig – nicht nur beim Singen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine Gesangslehrerin sagte mal: „Ich habe viele, die spüren sich gar nicht.“ Mittlerweile habe ich Zweifel, ob das stimmt. Liegt das „Nicht-Spüren“ vielleicht daran, dass bisher noch nicht die zum Schüler passende Übung gefunden wurde? Was die „richtige“ Übung bewirken kann, habe ich in einem grundlegenden Aha-Erlebnis erfahren.</em> <em>So eines wünsche ich jedem.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Durch viele Erlebnisse habe ich gelernt, dass man letztendlich nur selbst herausfinden kann, was man braucht. Denn wenn der Lehrer nicht zufällig die „richtige Übung“ für einen auswählt, ist das die einzige Möglichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dass die richtige Übung einen so extremen Unterschied macht, hätte ich niemals gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herausgefunden habe ich es zufällig durch eine Kombination aus sehr viel Stress und sehr viel Pech.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Thema Stress werde ich an anderer Stelle noch einiges schreiben, denn dazu habe ich noch viel zu sagen bzw. viele Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier nur ganz kurz: Ich hatte vor einigen Jahren sehr viel Stress und es war mir nicht aufgefallen, dass Körper und Geist davon immer mehr beeinflusst waren, bis einer Gesangslehrerin meine belegte Sprechstimme auffiel und mir empfahl, mir Logopädie verschreiben zu lassen. Das sei auch für den Gesangsunterricht hilfreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte Logopädie bis dahin mit Dingen wie Stottern, Lispeln oder anderen Problemen mit der Aussprache verbunden. Und hatte bei der Suche nach einer Logopädin (noch) keine Ahnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte dann viel Pech, aber genau das hat mir wichtige Erkenntnisse gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Logopädin überschüttete mich mit Entspannungs- und Stimmübungen und fragte dauernd, wie ich mich fühle. Oder was. Das klingt erst mal nicht schlimm und sogar nach der von mir oben erwähnten und gewünschten Körperwahrnehmung. Bzw. dem Training dafür. Leider ging es ihr aber nicht um mich und das was ich fühle. Es ging immer nur darum, dass ich die Antworten gebe, die sie hören wollte, damit sie zur nächsten Übung gehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das extremste und anschaulichste Beispiel schreibe ich hier nieder, aber natürlich gab es sehr viel mehr.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Sie müssen mehr auf Ihren Körper hören&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Logopädie-Stunde. Die siebte von zehn.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich sollte alles in meinem Gesicht anspannen, Zähne aufeinanderpressen usw. und dann loslassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dann kam die Frage: „Was spüren Sie in Ihren Wangen?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich: „Nichts“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie war offensichtlich mit meiner Antwort unzufrieden und fragte etwas genervt nochmal nach. Ich sagte wieder: „Nichts.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie fragte immer und immer wieder nach. Insgesamt zehnmal (!).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach dem fünften Mal meinte sie reichlich genervt: „Jetzt mache ich es Ihnen schon extra einfach! Ich frage Sie gar nicht mehr, WAS Sie spüren, sondern OB Sie etwas spüren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich spürte aber (weiterhin) nichts und merkte aber nach neun Malen, dass wir so wohl nicht weiterkommen würden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich war aber auch nicht bereit, die Antwort zu geben, die sie hören wollte, wenn es nicht stimmte. Es ging ja um mich und meine Gefühle.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Deshalb sagte ich mühsam: „Wenn ich es mir einbilden würde, könnte ich vielleicht etwas spüren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mehr Konjunktive hatte ich auf die Schnelle nicht in der Antwort unterbringen können. Sie hat die Botschaft zwischen den Zeilen aber nicht gehört, sondern war augenblicklich am Strahlen und überglücklich (und dachte vermutlich: endlich fühlt diese störrische Patientin das was sie soll.).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Damit war die „Übung“ endlich beendet. Und in dem Augenblick wo der Druck weg war, etwas spüren zu müssen, fühlte ich die Entspannung in meinem Gesicht. Ich konnte dies aber nicht mehr sagen (in der Regel kam ja dann auch sofort die nächste Übung).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In diesem Fall sagte die Logopädin aber augenrollend: „Sie müssen aber auch mehr auf Ihren Körper hören!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und ich dachte mir nur: wenn ich das tun würde, würde ich Sie erwürgen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gesagt habe ich dann stattdessen, dass ich es respektlos finde, wenn sie mir zehnmal dieselbe Frage stellt. Sie entschuldigte sich dann und fragte zurück, wie oft Nachfragen denn in Ordnung sei. Ich meinte daraufhin etwas zögerlich: einmal ist okay (am liebsten hätte ich spontan „Gar nicht“ gesagt, aber manchmal kann eine Nachfrage ja sinnvoll sein, um z.B. Missverständnisse aufzuklären.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und die Antwort der Logopädin darauf? „Na gut, einigen wir uns auf dreimal.“</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Endlich Hilfe &#8211; und DAS Aha-Erlebnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenig überraschend habe ich mir eine neue Logopädin gesucht und hatte das Glück, bei einem neuen Arzt das auch noch mal verschrieben zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste nun was ich nicht wollte und achtete mehr darauf, dass es um Stimme geht (eine Praxis speziell für Stimmstörungen. Denn ich hatte gelernt: es gibt Sprech-, Sprach und Stimmstörungen. Und es gibt Praxen, die alles anbieten, und welche, die auf Stimmprobleme spezialisiert sind).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte dann richtig großes Glück, an eine Logopädin und Atemtherapeutin zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mein gestresster Körper und Geist dringend benötigten bekam ich nun: Geduld, Respekt und Verständnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und <strong>das wichtigste Erlebnis, das ich zum Thema Körperwahrnehmung jemals hatte.</strong> Und zugleich die Erkenntnis, wie grundlegend entscheidend die „richtige Übung“ ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Atmen, das eher „Durchatmen“ als eine Übung war, kam eine Atemübung kombiniert mit einer Bewegung. Die Logopädin ging ganz langsam und geduldig vor. Erst mal nur atmen. Dann die Bewegung. Dann auf das eine achten, dann auf das andere. Und schließlich auf das Zusammenspiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wie es mir schon so oft bei Übungen ergangen war: ich machte das zwar alles. Aber wenn ich mich auf die Atmung konzentrierte, schien die Bewegung etwas aus dem Fluss zu kommen. Konzentrierte ich mich auf die Bewegung, floss der Atem nicht mehr so. Es fühlte sich so an wie zwei Zahnräder, die nicht ganz ineinander greifen. Es kostete mich ständige Konzentration, beides am Laufen zu halten. Irgendwie war es zäh und anstrengend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war es gewohnt, dass dann vom Gegenüber ein: &#8222;Einfach machen!&#8220;, &#8222;Nicht nachdenken!&#8220; oder ähnliches kam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie blieb geduldig und verständnisvoll und schlug eine andere Bewegung in Kombination mit dem Ein- und Ausatmen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in dem Augenblick, als ich die Bewegung machte, war plötzlich alles anders: ich musste nicht beides konzentriert am Laufen halten. Die Frage, die sie erst später stellte, hatte sich sofort beantwortet: Atmung und Bewegung waren eins. Ein harmonisches Ganzes. Einfach ein tolles Gefühl im Körper. Eine Harmonie die ich nie (oder schon sehr lange nicht mehr) gespürt hatte. Ich musste auf nichts achten. Alles lief wie von selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie probierte noch eine dritte Bewegung aus. Und wieder wurde ich vom Ergebnis überrascht: in dem Augenblick, als ich die Bewegung ausführte, war mein gesamter Körper komplett verspannt und ich hatte aufgehört zu atmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Rückmeldung von mir dazu, kam ein fröhliches: „Dann nehmen wir die zweite Übung.“ von der Logopädin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hingegen war jenseits meiner bisherigen Gedanken- und Gefühlswelt: niemals hätte ich gedacht dass drei Übungen (die alle laut Lehrbuch dasselbe bewirken sollen) derart unterschiedliche Auswirkungen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und welch ein Zufall, dass die drei Bewegungen, die sie ausprobierte, auch drei unterschiedliche Dinge bewirkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">A) es ist alles ganz leicht und harmonisch</p>



<p class="wp-block-paragraph">B) es ist irgendwie zäh, geht aber mit Konzentration</p>



<p class="wp-block-paragraph">C) es geht gar nicht</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es wurde mir schlagartig so vieles klar: die vielen Male wo ich mich durch Übungen gequält hatte und mir gesagt wurde: mach einfach, lass dich auf die Übung ein, denk nicht nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder wenn man die Gedanken des Lehrers, die er vermutlich hatte, stark zusammenfasst: „Stell Dich nicht so an!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hatte ich mich immer doppelt schlecht gefühlt. Dass die Übung nicht so geklappt hat, dass alles so zäh gewesen war. Und dass wohl irgendwas mit mir bzw. meinem Mindset nicht stimmte. Dass irgendwas in meinem Inneren total schwierig und anstrengend ist. Und dann war ich genervt von mir selbst gewesen und habe in meinem Inneren nach Gründen gesucht, warum die Übung sich so zäh anfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die vielen Male, wo mir unterstellt worden war, ich hätte kein Körpergefühl Nur weil ich nicht das fühlte was ich sollte. Was das Lehrbuch sagte oder der Lehrplan des Lehrers. Am Ende hatte ich es selbst fast geglaubt, dass ich kein Körpergefühl habe bzw. mit meinem etwas nicht stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekam aber nun das Selbstbewusstsein zurück, dass mein Körpergefühl richtig ist, auch und gerade wenn es sich zäh anfühlt. Es gibt Gründe für das zähe Gefühl, ja. Vielleicht muss ich eine innere Bremse lösen. Vielleicht ist es aber auch einfach nicht die passende Übung.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Meine Körperwahrnehmung &#8211; und endlich Bauchgefühl</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dieser Erkenntnis und dem Gefühl für die drei möglichen Wirkungen einer Übung, bin ich an die Übung in der nächsten Stunde ganz anders herangegangen: auf einen Igelball tretend sollte ich ausatmen und dann beim Zurückgehen einatmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kannte ich schon von der ersten Logopädin, aber es war damals zäh gewesen und sie genervt. Und ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun aber übte ich zu Hause und merkte: irgendwas stimmt einfach mit der Übung nicht. Beim Zurückgehen war ich immer angespannt. Dieses Grundgefühl in meinem Körper konnte ich nicht ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also kehrte ich die Übung um: ich atmete beim Zurückgehen aus und beim nach vorne gehen ein. Und plötzlich fühlte sich alles viel leichter und stimmiger an. Die Übung entsprach nun meinem Körpergefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich in der nächsten Stunde der Logopädin beides vorführte war sie überrascht und begeistert. Zu meiner Variante sagte sie: &#8222;Und plopp war der Bauch draußen.&#8220; Und ich verstand plötzlich, dass es nicht um die Bauchbewegung ging, denn das Rein und Raus des Bauches geht auch ohne Atmen, nur mit Hilfe von Muskeln. Der Wechsel von Anspannung und Entspannung ist aber etwas anderes. Und in dem ganzen Stress hatte mein Körper das verlernt, war dauerangespannt gewesen, hatte nie mehr losgelassen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, Atmen beim Gesang ist mehr als reflektorische Einatmung, aber die Entspannung zwischendurch ist wichtig, sonst baut sich zu viel Spannung auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hatte ich nun verstanden und gefühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein langes Ausatmen und das entspannte oder besser entspannende Einatmen ist deshalb seitdem eine wichtige Methode für mich, Stress und Anspannung loszuwerden. Zugleich merke ich auch an der Bauchbewegung, wenn die Anspannung (noch) nicht weg ist. Ganz wichtig für mich: Entspannung kann man nicht erzwingen. Sonst bewegt sich zwar zum Beispiel der Bauch, aber ohne dass sich die Spannung wirklich löst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Entspannung ist auch nicht das Gegenteil von Stress. Vergleiche den Beitrag zu Stress und Entspannung &#8222;<a href="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/" data-type="post" data-id="771">Entspannung finden &#8211; den eigenen Weg finden</a>&#8222;.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe bewusst dieses Thema als allerersten Blogbeitrag gewählt. Weil es eine grundlegende Erfahrung war, die alles verändert hat. Körper und Geist. Mein Selbst-Bewusstsein. Ich könnte in diesem Beitrag noch so viel schreiben, aber das werde ich in anderen Blogbeiträgen tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es hat sich noch so viel mehr ergeben und verändert. Freut Euch auf viele weitere Beiträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/">Die richtige Übung &#8211; wie sie alles verändern kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
