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	<title>Die richtige Übung-Archiv - anja-singt.de</title>
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	<description>Eine Seite über Gesang und mehr</description>
	<lastBuildDate>Sat, 15 Aug 2026 11:54:20 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Die richtige Übung-Archiv - anja-singt.de</title>
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		<title>Leise und locker singen – wie sich Unerreichbares auswirkt</title>
		<link>https://anja-singt.de/1371-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2026 16:55:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
		<category><![CDATA[Innere Anteile]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Glaubenssätze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Dinge die ich nicht verstehe oder kann. Einiges davon möchte ich gerne noch lernen und hoffe, dass es irgendwann klappt. Aber das Thema Leise und Locker Singen hat mich bislang viel Zeit und Tränen gekostet und mir mehr geschadet als genutzt.<br />
Ist es für mich wirklich unerreichbar?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/1371-2/">Leise und locker singen – wie sich Unerreichbares auswirkt</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Das erste Mal Leise Singen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alles begann als ich einen neuen Gesangslehrer ausprobierte. Es schien vom ersten Eindruck her zu passen. Aber schnell tauchte ein Problem auf: ich sollte leise singen. Ich dachte ich hätte das getan, aber es kam als Reaktion. „Das ist nicht leise!“ Ich probierte es wieder und wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich wirklich bemüht leise zu singen. Aber es war nie leise genug. Und er wurde immer ungeduldiger und genervter von mir und ich frustrierter, weil es nicht klappen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er versuchte es mit Bildern – z.B. dass ich in einem Raum mit schlafenden Menschen bin und niemanden aufwecken will. Aber das half nicht. Ich wusste ja, was er mit leise meinte. Aber es war immer zu laut, was aus mir herauskam. Und meine Frage, ob ich das dazu Nötige vielleicht einfach nicht ansteuern kann in meinem Körper wischte der Lehrer weg. Das sei Quatsch. Natürlich könnte ich das. Ich müsse es nur wollen. Ich solle mich nicht so anstellen. Mich auf die Übung einlassen. Locker bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So fing ich an, meine Stimme irgendwie aufhalten zu wollen. Rückblickend eine blöde Idee, aber ich wurde immer verzweifelter und frustrierter und er immer genervter. Und so probierte ich ratlos und verzweifelt alles mögliche, um irgendwie leiser zu singen. Während er immer genervter wurde weil ich es nicht hinbekam und mir sogar unterstellte, es absichtlich falsch zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende merkte ich, wie ich krampfhaft versuchte leise zu singen und wirklich alles in mir verspannt war: ich schob die Luft nur noch durch meine Stimmlippen, geschwungen hat da gar nichts mehr. Das habe ich deutlich gespürt. Und das war ein wichtiges Erlebnis und eine wichtige Erkenntnis gewesen. Ich merkte bei allem Selbstzweifel (dazu mehr weiter unten): das kann es nicht sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich beschloss, dass das nicht das richtige für mich ist und suchte mir einen anderen Lehrer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die (unerfüllte) Aufgabe, leise und locker zu singen blieb aber in meinem Unterbewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vermutlich auch deshalb, weil mir das Thema schon zum zweiten Mal begegnet war: vor über 25 Jahren studierte eine Bekannte Gesang und erzählte mir von einer ihrer Schülerinnen, die leise singen sollte (und damit Probleme hatte). Ich hatte schon damals Verständnis für die Schülerin und fand, dass meine Bekannte viel zu ungeduldig und genervt war von der Schülerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es hatte sich etwas eingegraben in mein Unterbewusstsein: Leise-Singen ist wichtig, gar grundlegend für das Singen. Denn die Lehrer nutzen es gleich zu Beginn, als Basis, um alles darauf aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich? Ich bin dann wohl zu laut, gebe zu viel Druck, mache etwas Grundlegendes falsch. Bekomme noch nicht mal die Basis des Gesangs hin. Bin nicht locker genug. Und weiß auch nicht, was ich ändern soll, weil ich nicht weiß, was ich falsch mache. Der Frust war entsprechend groß, aber mir noch nicht in allen Ausmaßen bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch mein Selbstbewusstsein hatte massiv gelitten. Nicht nur weil ich etwas nicht konnte, gar nicht wusste, wie ich das hinbekommen soll. Sondern auch durch diesen Satz: „Das ist nicht leise!“. Obwohl ich nach meinem Empfinden leise gesungen hatte. Das nährte den Zweifel an meiner eigenen Wahrnehmung. Schürte den Verdacht, dass das, was ich höre und fühle, nicht richtig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst über eineinhalb Jahre später bei der Atemtherapie habe ich das Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung wiedergefunden. Vgl. <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/" data-type="post" data-id="436">Beitrag zum Thema „Die richtige Übung“</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das zweite Mal &#8211; immer noch nicht leise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jahre später. Auf der Suche nach einer Idee für ein bestimmtes Stimmproblem habe ich eine Gesangslehrerin ausprobiert, die den Ruf hat, schnell Stimmen analysieren zu können. So dachte ich, sie hätte vielleicht noch eine neue Idee für mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Gesangstunde landeten wir aber schnell beim Leise-Singen. Und ich nahm es als Chance für einen neuen Versuch. Nun hatte ich doch viel mehr Erfahrung und durch die Atemtherapie auch mehr Körperbewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich wusste wie es sich anfühlt, wenn ich es krampfhaft versuche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging es also so locker und gelassen wie nur möglich an und achtete darauf, es nicht „zu sehr“ zu wollen. Hatte meine Stimme nicht bei meinem Gesangslehrer in den letzten Jahren in vielen verschiedenen Höhen und Lautstärken geschwungen und geklungen? Zuversichtlich und selbstbewusst startete ich mit leisen Tönen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dann kam er wieder, der Satz: „Das ist nicht leise!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Puh. Immerhin war sie nicht so genervt, sang es mir noch mal vor, sagte, dass es kein Problem ist wenn die Stimme wegbricht. Gab sich wirklich Mühe. Und ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das Ergebnis blieb. Es war &#8222;nicht leise“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sagte. „Erlaube Dir leise zu singen!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich war mir sicher: dieses Mal war ich beim Singen nicht krampfhaft und verzweifelt gewesen. Ich hatte es so gelassen und entspannt versucht wie möglich. Und doch fiel es mir schwer, dem aufkommenden Frust keinen Raum zu geben. Denn ja, ich hatte gehofft, dass ich nun nach den vielen Jahren „leise“ singen könnte. Dass ich das, was man dafür benötigt, mittlerweile durch Atemtherapie, Entspannungsübungen und Gesangsunterricht bei einem geduldigen Lehrer gelernt hätte. Aber dann wohl nicht &#8211; stellte ich enttäuscht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende sagte sie: „Wir werden um das Leise-Singen nicht herumkommen. Alles andere hat mit Verspannung zu tun.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich verabschiedete mich von ihr mit den Worten, dass das Leise-Singen nichts für mich ist. Dass ich mit anderen Übungen wie z.B. Resonanz-Spüren gute Erfahrungen gemacht hätte und dass ich es damit weiter probieren würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war natürlich eine starke Vereinfachung und Zusammenfassung meinerseits gewesen. Aber ich wollte im Guten auseinander gehen (sie hatte sich ja Mühe gegeben) und ihr zugleich nicht Recht geben, dass es ohne Leise-Singen nicht geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Gesangslehrer bestärkte mich in meiner Meinung und Wahrnehmung. Leise-Singen sei sehr schwer und käme im Studium erst spät dran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte, dass die Erfahrung mir nun geholfen hätte, mit dem Thema abzuschließen. Leise-Singen ist nichts für mich. Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weil ich es nicht will oder kann, aber es hilft mir nicht, um den richtigen „Modus“ herzustellen. Umgekehrt, wenn ich bzw. meine Stimme im richtigen Zustand sind, kann ich auch leise singen. Leise singen ist (für mich) nicht der Weg zu etwas, sondern ein Ergebnis eines Zustandes, den ich auf andere Art und Weise herstelle/finden werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So hatte ich das Thema abhaken wollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nie wieder leise und locker singen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nach einigen weiteren Jahren musste ich feststellen, dass ich irgendwie nicht weiterkam. Im Gesangsunterricht lief es nicht bzw. zäh. Ich merkte: ich muss in meinem Inneren etwas ändern. Und beim Erforschen meiner Gedanken und Wünsche bemerkte ich, dass ich dem Ideal von „Leise und Locker“ immer noch hinterherlief. Und dass es mir nicht half.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war für mich immer noch so etwas wie der „Heilige Gral“ des Gesangs. Etwas das man können, erreichen sollte. Etwas für mich Unerreichbares. Etwas, was mich immer nur frustriert, weil ich es einfach nicht hinbekomme. Dafür hatte ich immer das Gefühl, zu viel zu machen, nicht locker genug zu sein Es müsste sich doch alles ganz leicht anfühlen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen war ich immer nur frustriert. Und das immer noch nach so vielen Jahren, seit ich das erste Mal erfolglos versucht hatte leise zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fasste den Entschluss, dass zu lassen. Einfach zu singen. Egal, dann ist es eben nicht locker und leise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in der nächsten Gesangsstunde lief es plötzlich viel besser so dass mein Lehrer wissen wollte, was passiert war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe aufgehört zu versuchen, leise und locker zu singen.“ sagte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und eine gewisse Zeit lang lief es besser. Vielleicht sogar gut. Ich erinnerte mich an einen Workshop wo bei einer Übung gesagt wurde: „Sing das ‚U‘ so, als ob Du dein Leben lang darauf gewartet hast, das &#8218;U&#8216; zu singen.“ Das fand ich immer noch übertrieben. Aber ich wusste damals, was gemeint war. Nichts zurückhalten. Den Ton, den man singt, auch so meinen. Zu 100% hinter dem Ton stehen den man singt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und leise und locker? Einfach vergessen … ?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber leider klappte das nicht ganz. Ich habe es ehrlicherweise nur weggeschoben, so wie etwas, was man gerade nicht schafft und es auf später verschiebt, um sich darum zu kümmern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch war ich glücklicher, freier, selbstbewusster. Und hatte auch wieder etwas Spaß am Singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das Problem: das „Ideal“ vom leise und locker Singen. Es geistert immer noch in meinem Unterbewusstsein herum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus verschiedenen Gründen. Weil es für eine bestimmte Methode die absolute Grundlage des Singen-Lernens ist. Und weil ich es nicht kann. Grundlagen nicht zu können ist frustrierend. Auch wenn es eine andere Methode des Lernens ist. Eine andere Herangehensweise, um Singen zu lernen. Ich versuche mir das selbst zu erklären. Ich dachte, ich würde es glauben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Inneren Glaubenssätzen auf der Spur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe auch einige Newsletter von Gesangslehrern abonniert. Und einige youtube-Kanäle. So stoße ich regelmäßig auf bestimmte Themen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da war es dann kürzlich wieder: das Loslassen. Bzw. eine Beschreibung, wie ungläubig und glücklich sie war, als sie merkte, wie wenig sie machen muss, um vollen Klang in der Stimme zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das löste bei mir leider wieder nicht nur die Sehnsucht aus, das auch zu erleben, sondern auch den Frust, besonders weil dann immer beschrieben wird, wie &#8222;einfach&#8220; und &#8222;leicht&#8220; es sich anfühlt, wenn man es gefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es ist eben nicht leicht finden. Und nicht einfach herzustellen. Im Gegenteil, wenn man unbedingt leicht und locker singen will, passiert genau das Gegenteil. Immerhin hat der Newsletter bestätigt, dass das frustrierend ist. Und es mit dem Willen „Ich singe leise und locker“ nicht funktioniert bzw. nicht funktionieren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Internet bin ich zum Thema Loslassen auch auf einen Blog-Beitrag einer Gesangslehrerin gestoßen, die schrieb, dass sie dabei niemandem helfen könne, es zu finden. Der Schüler müsse das selbst finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da habe ich eine andere Erwartung an Lehrer und den Unterricht. Ich erwarte Hilfe. Natürlich muss man einiges für sich und in sich selbst entdecken. Aber die Unterstützung dabei, die benötige ich. Deshalb gehe ich zum Gesangsunterricht. Allein in seinem Kämmerlein – auch mit Internet und KI als Ratgeber – kommt man nicht weiter. Oder nur zu einem gewissen Punkt. Und der endet dann wie bei mir in Frust. Und sogar in dem Lösungsansatz, das mit dem Singen einfach zu lassen, wenn ich es einfach nicht hinbekomme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und immer wieder das Thema Glaubenssätze. Oder präziser negative Glaubenssätze. Und dass insbesondere Frauen oft denken, sie dürften nicht laut sein, dürften nicht selbstbewusst und dominant sein. Oder es hat jemand in der Kindheit gesagt, dass man schief singt. Und dann man hat sich nie wieder getraut laut – oder besser: nach Herzenslust – zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird einem so vieles angeboten, was man möglicherweise denken könnte oder erlebt haben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meinem Forschen nach Glaubenssätzen bin ich auf viel Frust gestoßen. Und immer wieder auf die Erkenntnis, dass mir niemand gesagt hat, ich sei zu laut. Und dass ich mir nie habe sagen lassen, was ich tun soll. Eine zeitlang habe ich sogar immer das Gegenteil getan, was andere gesagt haben, bis ich die Erkenntnis hatte, dass ich mich ja dadurch auch von anderen beeinflussen lasse. Ich tue das, was ich will, egal was jemand sagt. Das ist nicht immer leicht, weil es trotzdem den braven folgsamen und den rebellischen Anteil in mir gibt und die wollen grundsätzlich das Gegenteil. Und sind nicht hilfreich dabei herauszufinden, was <strong>ich</strong> will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was hat das mit Leise und Locker zu tun? Einiges. Denn erst mal muss ich herausfinden was ich will. Aus Prinzip gegen Leise und Locker zu sein hilft eben auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur: die Unterstellung, das ich etwas Schlimmes in der Kindheit erlebt habe, warum ich es nicht zulassen kann, leise zu sein, das hilft auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verständnis der Lehrerin von vor ein paar Jahren („Erlaube Dir leise zu sein.“) möchte ich deshalb relativieren. Es ist Verständnis für ein psychisches Problem, das die Lehrerin annimmt, das ich das habe. Da wehrt sich gleich der Rebell in mir. Was soll die Unterstellung? Außerdem hilft es nicht weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch, dass kürzlich beim Lesen des Newsletters noch mal alles hoch gekommen ist, der ganze Frust, die Verzweiflung etwas ganz Grundlegendes nicht zu können, bin ich aber wieder einen Schritt weiter gekommen. Denn wieder weinend auf dem Sofa sitzen, obwohl ich doch bereits vor einem Jahr beschlossen hatte, mich so nicht mehr fühlen zu wollen. So ratlos und hilflos. Nein!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Locker und leise &#8211; eine falsche Vorstellung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte die Erkenntnis, dass das Thema Leise und Locker Singen wohl doch nicht abgeschlossen ist für mich und ich es nur weggeschoben hatte. Und mir wurde bewusst, dass auch das Unverständnis der Lehrer, dass ich es nicht hinbekomme habe mit dem Leise-Singen, eine negative Erfahrung für mich gewesen ist. Denn dadurch hatte sich umso mehr festgesetzt: das ist etwas ganz Grundlegendes und so einfach, dass der Lehrer sogar glaubt ich würde absichtlich falsch singen, weil er sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass ich nicht leise singen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nun war es vollkommen klar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Glaubenssatz der mich ausbremst ist genau dieses Leise-Singen, Locker sein, Loslassen können. Die Vorstellung, dass ich Zenmeister-mäßig entspannt sein muss, um Loszulassen und Singen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Newsletter habe ich darüber noch mal nachgedacht und im Gesangsunterricht noch mal geprüft, wie ich mich beim Singen fühle. Bzw. wie sich das Singen anfühlt. Und hatte die Erkenntnis, dass ich die Energie in mir fühle, dass etwas aus mir raus will. Der Atemstrom. Alles mögliche. Und das hatte ich im Widerspruch dazu gesehen, dass es „leicht“ und „locker“ sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das ist es vielleicht gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte mir unter „locker“ und „leicht“ vielleicht nur etwas anderes vorgestellt. Denn mein Gesangslehrer hatte schon öfter gesagt, dass das für meine Stimme doch leicht gewesen sei. Also kann „leicht“ und „mit Energie“ wohl doch zusammenpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass das Wort „leise“ nun zum Schluss hier nicht mehr vorgekommen ist. Dafür habe ich immer noch keinen Ansatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich freue ich, wenn mir jemand schreibt, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und eine Lösung gefunden bzw. Erkenntnis dazu gewonnen hat</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Gesangslehrer möchte ich darauf hinweisen, dass sie durch Anweisungen wie „leise“ und „locker“ singen schlimmstenfalls genau die negativen Glaubenssätze in das Unterbewusstsein des Gesangsschülers setzen, die sie dort vermuten: ich bin zu laut, zu viel, …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die falsche Vorstellung (weil es sich ja leicht und locker anfühlen soll) dazu führt, dass man denkt, dass man falsch singt, obwohl man gerade mit voller, freier Stimme singt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/1371-2/">Leise und locker singen – wie sich Unerreichbares auswirkt</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der lockere Kiefer – ganz ohne Übungen?</title>
		<link>https://anja-singt.de/der-lockere-kiefer-ganz-ohne-uebungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 12:43:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
		<category><![CDATA[Kiefer&Gesicht]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://anja-singt.de/?p=1209</guid>

					<description><![CDATA[<p>Locker sein - das ist auf Anweisung schwierig. Auch und gerade wenn man es selbst besonders gerne sein will.<br />
Mit dem Thema Kiefer hatte ich dazu wichtige Erfahrungen. Der Gesangsunterricht hatte mir nicht weitergeholfen. Und konnte das auch nicht ... wie mir dann bewusst wurde.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/der-lockere-kiefer-ganz-ohne-uebungen/">Der lockere Kiefer – ganz ohne Übungen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Thema Kiefer kommt früher oder später im Gesangsunterricht, ab und zu mal auch in Workshops. Er soll locker sein, sich bewegen, je nach Gesangsstil soll das komplette Gesicht locker sein … all das wusste ich aber erst mal nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine allererste Gesangslehrerin hatte ich über eine Freundin kennengelernt, die auch bei ihr Unterricht hatte und da wir beide als Studenten damals nicht viel Geld hatten, haben wir uns abgewechselt und waren alle zwei Wochen bei der Dame.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wirklich eine Dame, gefühlt bestimmt 80 und tatsächlich vermutlich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wollte, dass ich ein „Doofen-Gesicht“ mache, der Begriff hat mich damals nicht gestört, aber rückblickend finde ich ihn ungeschickt gewählt, heute würden mein Geist und Körper sich gegen den Begriff wehren. Und ich dem Lehrer meine Meinung zur Wortwahl sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals war ich jünger und offener was solche Begriffe betrifft und habe einfach gemacht. Dass es dabei auch um den Kiefer geht, hat sie nicht erklärt, aber dass alles im Gesicht entspannt sein soll beim Singen ergab sich aus dem, wie sie es zeigte und vormachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider hat meine Freundin damals bei ihr aufgehört und die Dame hatte dann einen Interessenten, der jede Woche kommen wollte, so dass ich auch nicht weitergemacht habe. Ich habe aber eine grundsätzlich positive Erinnerung an meinen ersten Gesangsunterricht, auch wenn es glaube ich nur ein halbes oder Dreivierteljahr war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Lehrerin hatte ich dann erst nach meinem Studium, sie war ganz anders, quirlig, leicht chaotisch und ich kann mich nicht erinnern, dass der Kiefer ein Thema war. Sie kam auch von einer ganz anderen Richtung. Die erste Lehrerin kam wohl aus der Klassik, die zweite aus dem Popbereich, die u.a. auch mit Belting arbeitete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch das wusste ich damals noch nicht &#8211; dass es ganz unterschiedliche Ansätze und Methoden beim Singen gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Das erste Mal das Thema Kiefer beim Singen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fing an, immer öfter Gesangs-Workshops zu besuchen, und da tauchte das Thema Kiefer im Sinne von locker auf. Später hatte ich auch Lehrer, die wollten, dass ich den Kiefer bewege, meist kreisförmig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erklärt hat aber niemand irgendwas. Und ich weiß auch nicht genau, seit wann mein Kiefer verspannt war. Ich vermute irgendwann vor rund 10 Jahren oder etwas mehr. Ich bemerkte zwar den Stress, aber ehrlicherweise nicht am Kiefer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Lehrerin war dann mal ganz entsetzt und meinte „Das ist ja alles ganz fest!“ Ich mochte zwar nicht ihre naserümpfende Art, aber es war eine wichtige Information, so wusste ich, das irgendwas nicht stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ließ mich den Kiefer hin- und herbewegen, aber es fühlte sich währenddessen und danach nicht überzeugend an. Ich bemerkte keine Veränderung. Damals vermutete ich, dass es an mangelndem Körpergefühl lag. Richtiger wäre gewesen, dass mir bestimmte Sachen einfach nicht aufgefallen waren. Vor lauter Stress beruflich und privat war ich insgesamt sehr verspannt. Und allgemeine Lockerungsübungen halfen da eben nicht mehr. Bzw. machten keinen Unterschied.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Große Kiefer-Probleme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dann bemerkte ich etwas, nämlich dass ich generell Probleme mit dem Öffnen des Kiefers hatte, irgendwie war da sehr viel Druck drauf. Wenn ich sehr gestresst war (es gab damals nur die Varianten &#8222;gestresst&#8220; und &#8222;sehr gestresst&#8220; in meinem Leben), hatte ich Mühe, die Gabel beim Essen zwischen die Zähne zu bekommen. Das fiel definitiv auf. Ich wusste aber zunächst keine Lösung dafür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kieferkreisen half jedenfalls nicht. Mein neuer Gesangslehrer versuchte das damals auch. Aber es veränderte sich nichts. Ich war ratlos, denn beim besten Willen war und blieb alles weiterhin fest. Auch bei der Logopädin hatte ich Lockerungsübungen gemacht, doch auch da war ich nicht weiter gekommen bzw. hatte kein Gefühl der Lockerheit und Entspannung im Kiefer erlebt. Auch nach wochenlangem Massieren des Gesichts und Halses änderte sich nichts. Oder nicht genug, um es zu bemerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst ein Zufall half mir weiter: ich hatte Physiotherapie wegen meines Arms und bei dem Kurzlebenslauf meiner Therapeutin im Flur hatte ich irgendwas von Kiefer gelesen. So fragte ich sie interessiert, was sie in dem Bereich macht und ich hörte zum ersten Mal von CMD. Und bekam die wichtige Information, dass der Zahnarzt (und nicht wie von mir vermutet der Orthopäde) eine Manualtherapie speziell für den Kiefer verschreiben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles war völlig neu für mich, klang aber vielversprechend. Denn Dank Osteopathie hatte ich beim Thema Stress einen Durchbruch erzielt (vgl. Beitrag zum Thema <a href="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/" type="link" id="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/">Entspannung finden</a>) und Dank Manualtherapie ging es nun meinem Arm besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hatte ich Glück: mein Zahnarzt interessierte sich zwar eher für das Thema Knirschen, glaubte mir aber die Probleme mit der Verspannung. Und bei extremem Stress hatte ich auch mal geknirscht nachts, wie ich nun von meinem Mann erfuhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekam also nun Manualtherapie in Kombination mit Heißer Rolle und lernte ganz andere Bereiche der Gesundheit kennen. Von Knirschen und Co hatte ich bisher kaum etwas mitbekommen, nun erzählten mir plötzlich Bekannte, dass sie das seit Jahren haben und schon diverse Spangen zerbissen hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich war zunächst das Öffnen des Mundes eine riesige Herausforderung. Als die Physiotherapeutin meinen Kiefer von außen massiert und bewegt hatte, war noch alles gut gewesen. Aber als sie dann den Kiefer nach unten drücken wollte, merkte ich, mit welch ungeheurer Kraft und Intensität mein Kiefer dagegenhalten wollte. Ich konnte zwar verhindern, dass ich zubiss, aber alles war weit entfernt von locker und loslassen. Irgendetwas in mir wollte unbedingt die Zähne zusammenpressen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Kartoffeln sind für vieles gut</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übungen waren ja auch für zu Hause. Dort konnte ich dann in Ruhe versuchen, meinen Kiefer zu bewegen. Und bemerkte, dass ich wirklich <strong>immer</strong> meine Zähne aufeinander presste. Nur ganz kurz beim Essen und Sprechen wurde das mal unterbrochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konzentrierte mich also zunächst darauf, erst mal das Aufeinanderpressen zu lassen. Nicht mehr gegen die Entspannung zu arbeiten, die noch weit entfernt war. Und irgendwie fiel mir dann das Bild der „heißen Kartoffel“ ein, das in irgendeinem Workshop mal jemand genannt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir wurden die Zusammenhänge bewusst und auch wenn es keine heiße Kartoffel war: dadurch dass ich etwas im Mund hatte und mal darauf achtete, nicht nur mit dem Pressen aufzuhören sondern mir vorzustellen, die Kartoffel sei heiß und ich wollte sie möglichst wenig berühren, konnte ich zum ersten Mal bewusst wahrnehmen, wie es sich anfühlt, wenn der Kiefer tendenziell auf- statt zugehen will. Es fühlte sich absolut ungewohnt und seltsam an. Und auch überhaupt nicht locker und entspannt. Ich musste richtig arbeiten, um den Kiefer in die entgegengesetzte Richtung tendieren zu lassen. Ich benutze das Wort „tendieren“ mit Absicht. Mein Wille, den Kiefer nach unten statt nach oben zu bewegen reichte nicht. Dann hätten zwei Kräfte gegeneinander gearbeitet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es geht eben auch nicht darum, den Mund aufzureißen &#8211; das wäre dasselbe wie das aufeinanderpressen, nur in die andere Richtung. Es war das Gefühl, dass der Kiefer nach unten „tendiert“, eben wie bei einer heißen Kartoffel gar nicht nach oben will sondern eher weg. Und trotzdem will man die Kartoffel ja essen und deshalb kauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich achtete nun jeden Tag immer mal auf meinen Kiefer und wann immer sich meine Zähne gewohnheitsmäßig aufeinanderpressten, machte ich nun das Gegenteil. Ich benötigte noch einige Male die Kartoffel im Mund als Hilfsmittel. Es klingt für mich rückblickend auch schwer zu glauben und erschreckend zu gleich, aber ich hatte wohl damals jegliches Gefühl für Lockerheit verloren gehabt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Neue Erlebnisse und eine gute Lösung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie ging es damals weiter? Ich benötigte ein volles Rezept, also sechs Mal, dann zeigte die Massage meines Gesichts und Kiefers eine deutliche Veränderung, es fühlte sich endlich lockerer an. Und zu meiner Überraschung war mein Gesangslehrer genau in der Stunde nach diesen sechs Wochen begeistert, dass sich nun ganz andere Resonanzräume geöffnet bzw. verbunden hätten im Brustbereich. Und ich selbst merkte auch, wie alles mehr schwang und klang. Es war ein wirklich tolles Gefühl von Resonanz. Ganz rund und voll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit verblasste die Wirkung der Massage (ich selbst konnte mich leider nicht so gut massieren, nur immer ein bisschen lockern) und auch wenn schleichende Veränderungen schwerer zu bemerken sind, fiel mir nach einem halben Jahr auf, dass alles wieder verspannter wurde. Erneut ließ ich mir Manualtherapie verschreiben. Und dieses Mal lockerte es sich schon nach zwei-drei Sitzungen. Das freute mich sehr, dass eine gewisse Basis geblieben war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende der Behandlungsgeschichte ist, dass ich dann nochmal – als über ein Jahr vergangen war &#8211; meinen Kiefer behandeln ließ, um neue (leichtere) Verspannungstendenzen loszuwerden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wie bereits beim Rest meines Körpers hatte ich festgestellt, dass ich ab und zu die Massage von extern benötige, wenn es sich aus verschiedenen Gründen verspannt hat. Ich kann das nicht selbst entspannen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn ich heute mit gezieltem Griff z.B. mein Brustbein entspannen kann oder meine Schultern. Aber das hilft nur bei akuten kleinen Verspannungen. Nicht bei grundsätzlichen Verspannungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zum Thema Lockerheit: mein Kiefer fühlt sich in Gesangsübungen immer noch nicht locker an. Ich weiß inzwischen, was der Lehrer von mir will und was ich tun muss, aber gefühlt ist es dann immer weit unten und sehr seltsam geöffnet. Und nicht „locker“. Was für den Lehrer von außen „locker“ aussieht, fühlt sich für mich immer noch wie „Mund weit aufmachen“ an. Ich bin gespannt, ob sich das irgendwann ändern wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kieferlockerungsübungen im Gesangsunterricht sind nett, helfen aber bei echten Verspannungen nicht</li>



<li>Wichtig ist die Information von jemandem zu bekommen, dass der Kiefer verspannt ist. Hier mein Appell an die Lehrer, dies zu tun, anstatt einfach pauschal Lockerungsübungen zu machen</li>



<li>Eine eigene Wahrnehmung für den Zustand des Kiefers zu haben ist sehr hilfreich, denn dann merkt man selbst, wenn man verspannt ist und was einem gut tut. Hier auch ein Appell an alle Lehrer, nicht einfach zu beschließen, was der Schüler braucht, sondern ihn mit einzubeziehen und zu fragen.</li>



<li>Aber das soll nicht heißen, dass Üben im Allgemeinen oder Übungen für den Kiefer nichts bringen oder nichts taugen. </li>



<li>Regelmäßiges Üben hilft auf jeden Fall und die Übungen aus der Illustration meines Beitrags und auch andere sind in Ordnung. Mir geht es um Individualität, dass Lehrer und/oder Schüler herausfinden, was dem Schüler hilft. Was er benötigt. Und so wie irgendwann Schulterkreisen nicht mehr hilft, weil Nacken und Rücken verspannt sind, hilft eben irgendwann auch ein Kieferkreisen nicht mehr. Trotzdem ist es super, um regelmäßig leichte Verspannungen zu lösen. <br>Oder über einen längeren Zeitraum durchgeführt auch um mittlere Verspannungen wieder loszuwerden.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Nachtrag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nun erzählte mir gerade eine Bekannte, dass sie sich mal Manualtherapie hat verschreiben lassen und ihr das gar nicht weitergeholfen hat. Sie hat damals ihr Verhalten geändert und seitdem regelmäßige Übungen für ihren Körper &#8211; allgemein und für den Kiefer &#8211; gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb möchte ich noch zwei Dinge klarstellen: </p>



<p class="wp-block-paragraph">1. Wie in allen meinen Beiträgen geht es um meine persönlichen Erfahrungen und was mir weitergeholfen hat. Jemandem anderem hilft etwas anderes, deshalb soll bitte jeder selbst ausprobieren und herausfinden, was ihm gut tut und hilft. Ich bin immer für individuelle Lösungen statt einfach Standard-Übungen abzuspulen. Aber natürlich helfen die Standard-Übungen in einem gewissen (höheren) Prozentsatz der Fälle. Sonst wären es nicht die Standard-Übungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Lockerungsübungen sind richtig und wichtig. Man geht nicht einfach zur Manualtherapie und dann ist alles für immer gut. Regelmäßiges Üben / regelmäßige Bewegung sind immer wichtig, egal ob Kiefer, Stimme oder etwas anderes. Nur bei mir war es so, dass ich davor noch &#8222;Starthilfe&#8220; bzw. &#8222;Entspannungshilfe&#8220; benötigte. Mein obiger Beitrag soll nicht heißen, dass man einfach zur Massage/Manualtherapie geht und dann zu Hause so weiter macht wie bisher. Sondern er soll deutlich machen, dass manchmal die Lockerungsübungen einfach zu wenig sind &#8230;</p>
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		<title>Der gute Gesangsschüler</title>
		<link>https://anja-singt.de/der-gute-schueler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 16:16:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was bedeutet das? Was kann ich als Gesangsschüler tun? Ein Gesangscoach sagte kürzlich über eine Schülerin: „Sie hat alles direkt umgesetzt, was ich ihr gesagt habe. Das ist `ne gute Gesangsschülerin“. Das erinnerte mich direkt an eine tolle Probestunde die ich hatte. Es startete mit Atemübungen und ging dann zu Gesangsübungen und schließlich zu Liedern. &#8230; </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Was bedeutet das? Was kann ich als Gesangsschüler tun?</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Gesangscoach sagte kürzlich über eine Schülerin: „Sie hat alles direkt umgesetzt, was ich ihr gesagt habe. Das ist `ne gute Gesangsschülerin“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erinnerte mich direkt an eine tolle Probestunde die ich hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es startete mit Atemübungen und ging dann zu Gesangsübungen und schließlich zu Liedern. Wenn es etwas stockte, sagte die Lehrerin z.B. „mehr binden“, „mehr in einer Linie“. Und war begeistert, wie das klappte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hat das Vokabular verwendet, dass ich verstehen konnte. Und meist wusste ich auch, wie ich es umsetzen kann, denn genau das hatte ich woanders schon gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war eine schöne Stunde für mich, denn ich habe gemerkt, was ich alles schon kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und umgekehrt hatte die Lehrerin auch eine schöne Stunde, weil fast alles geklappt hat, was sie sagte. „Du lernst schnell!“ sagte sie.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das stimmt nicht. Sie sprach nur eine „Gesangssprache“ die ich verstand. Und sie hatte viele Übungen, die ich so oder so ähnlich schon mal gemacht hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das macht mich dann nach einer von mehreren möglichen Definitionen zu einer „guten Gesangsschülerin“. Weil der Lehrer Spaß hatte. Und schnelle Erfolge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber interessanter und viel wichtiger sind die Dinge, die nicht geklappt haben. Und da wird dann aus meiner Sicht deutlich, ob und wie Lehrer und Schüler zusammenpassen. Und &#8211; wenn man in diesen Kategorien denken will &#8211; wie &#8222;gut&#8220; der Schüler ist. Und der Lehrer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn: Ich habe in der Probestunde alles getan, was ich tun konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber schnell kam ihrerseits eine (Be)Wertung hinzu. Manchmal konnte ich das eben nicht per Knopfdruck umsetzen, habe noch mal durchgeatmet, um mich zu sammeln oder kurz nachgedacht, was sie gemeint haben könnte und wie ich das umsetzen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und schon kamen Anweisungen wie: „Denk nicht nach, einfach machen.“ oder Wertungen wie: „Du bist sehr kritisch.“ weil ich etwas zögerlich gewesen war. Zu Beginn widersprach ich noch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie sah in mir sich selbst von früher und interpretierte mein Verhalten entsprechend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe dann keine weitere Stunde bei ihr genommen, weil ich die Befürchtung hatte, dass das unschön eskalieren könnte (wie z.B. bei der ersten Logopädin, <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/">vgl. Beitrag zur „Richtigen Übung“</a>).</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Und es war schön, das Erlebte einfach so stehen zu lassen. Die Stunde hatte mir gut getan, weil ich gemerkt hatte, was ich alles schon kann. Oft genug hatte ich mit einem Gesangslehrer an etwas „gearbeitet“, das nicht so recht klappen wollte. Und das ist dann frustrierend und fühlt sich zäh an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Also nein, der Aussage des Gesangscoachs oben kann ich nicht zustimmen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt einige Dinge, die ein Gesangsschüler tun kann. Was genau, ist individuell, denn es geht um eins: das zu tun was einem gut tut. Und dazu gehört herauszufinden, was einem gut tut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Ebene der Gesangsübungen trägt hier der Lehrer die Verantwortung. Er wählt die Übungen aus. Die Aufgabe des Schülers ist, Rückmeldung zu geben, z.B. wenn es sich nicht gut anfühlt, der Körper verspannt, der Stress steigt. Oder wenn etwas unklar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten kann der Schüler sich um seinen Körper kümmern. Ich bin z.B. damals neben der Atemtherapeutin noch bei einer Osteopathin gewesen, weil ich die Verspannung selbst und allein mit Atmen nicht loswerden konnte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Auch ein Lehrer lernt immer dazu</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann ist Kung Fu Meister und sagt: das wichtigste ist, dass der Schüler sich Mühe gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mein Mann sagt, dass es gerade interessant für ihn ist, wenn ein Schüler es nicht versteht oder umsetzen kann, was er erklärt. Weil er es dann auf eine andere Art und Weise zeigen oder erklären muss. Sich Gedanken machen muss. Das ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachten muss. Und oft genug hatte er dadurch neue Erkenntnisse. Hat neue Zusammenhänge verstanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Appell an alle Lehrer ist deshalb, es Wert zu schätzen wenn der Schüler nachfragt, wenn er etwas nicht versteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn jemand etwas nicht versteht oder umsetzen kann, ihn dann nicht als „schlechteren“ Schüler zu bewerten. Eine Stunde, in der alles klappt, ist für beide Seiten toll. Aber interessanter ist es zu verstehen, warum mal etwas nicht klappt und eine (ggf. neue) Lösungsidee dafür zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wie ich die Atem-Übung umdrehte (<a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/">vgl. Beitrag zur richtigen Übung</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein guter Schüler ist in meinen Augen jemand, der interessiert ist, zuhört, übt, nachfragt wenn er etwas nicht versteht. Seine Bedürfnisse kennt und äußert (was brauche ich gerade?).</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Die richtige Übung &#8211; wie sie alles verändern kann</title>
		<link>https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 16:54:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Bauchgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
		<category><![CDATA[reflektorische Atmung]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmtherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Körperwahrnehmung ist wichtig – nicht nur beim Singen. Eine Gesangslehrerin sagte mal: „Ich habe viele, die spüren sich gar nicht.“ Mittlerweile habe ich Zweifel, ob das stimmt. Liegt das „Nicht-Spüren“ vielleicht daran, dass bisher noch nicht die zum Schüler passende Übung gefunden wurde? Was die „richtige“ Übung bewirken kann, habe ich in einem grundlegenden Aha-Erlebnis &#8230; </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br><em>Körperwahrnehmung ist wichtig – nicht nur beim Singen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine Gesangslehrerin sagte mal: „Ich habe viele, die spüren sich gar nicht.“ Mittlerweile habe ich Zweifel, ob das stimmt. Liegt das „Nicht-Spüren“ vielleicht daran, dass bisher noch nicht die zum Schüler passende Übung gefunden wurde? Was die „richtige“ Übung bewirken kann, habe ich in einem grundlegenden Aha-Erlebnis erfahren.</em> <em>So eines wünsche ich jedem.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Durch viele Erlebnisse habe ich gelernt, dass man letztendlich nur selbst herausfinden kann, was man braucht. Denn wenn der Lehrer nicht zufällig die „richtige Übung“ für einen auswählt, ist das die einzige Möglichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dass die richtige Übung einen so extremen Unterschied macht, hätte ich niemals gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herausgefunden habe ich es zufällig durch eine Kombination aus sehr viel Stress und sehr viel Pech.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Thema Stress werde ich an anderer Stelle noch einiges schreiben, denn dazu habe ich noch viel zu sagen bzw. viele Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier nur ganz kurz: Ich hatte vor einigen Jahren sehr viel Stress und es war mir nicht aufgefallen, dass Körper und Geist davon immer mehr beeinflusst waren, bis einer Gesangslehrerin meine belegte Sprechstimme auffiel und mir empfahl, mir Logopädie verschreiben zu lassen. Das sei auch für den Gesangsunterricht hilfreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte Logopädie bis dahin mit Dingen wie Stottern, Lispeln oder anderen Problemen mit der Aussprache verbunden. Und hatte bei der Suche nach einer Logopädin (noch) keine Ahnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte dann viel Pech, aber genau das hat mir wichtige Erkenntnisse gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Logopädin überschüttete mich mit Entspannungs- und Stimmübungen und fragte dauernd, wie ich mich fühle. Oder was. Das klingt erst mal nicht schlimm und sogar nach der von mir oben erwähnten und gewünschten Körperwahrnehmung. Bzw. dem Training dafür. Leider ging es ihr aber nicht um mich und das was ich fühle. Es ging immer nur darum, dass ich die Antworten gebe, die sie hören wollte, damit sie zur nächsten Übung gehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das extremste und anschaulichste Beispiel schreibe ich hier nieder, aber natürlich gab es sehr viel mehr.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Sie müssen mehr auf Ihren Körper hören&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Logopädie-Stunde. Die siebte von zehn.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich sollte alles in meinem Gesicht anspannen, Zähne aufeinanderpressen usw. und dann loslassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dann kam die Frage: „Was spüren Sie in Ihren Wangen?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich: „Nichts“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie war offensichtlich mit meiner Antwort unzufrieden und fragte etwas genervt nochmal nach. Ich sagte wieder: „Nichts.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie fragte immer und immer wieder nach. Insgesamt zehnmal (!).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach dem fünften Mal meinte sie reichlich genervt: „Jetzt mache ich es Ihnen schon extra einfach! Ich frage Sie gar nicht mehr, WAS Sie spüren, sondern OB Sie etwas spüren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich spürte aber (weiterhin) nichts und merkte aber nach neun Malen, dass wir so wohl nicht weiterkommen würden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich war aber auch nicht bereit, die Antwort zu geben, die sie hören wollte, wenn es nicht stimmte. Es ging ja um mich und meine Gefühle.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Deshalb sagte ich mühsam: „Wenn ich es mir einbilden würde, könnte ich vielleicht etwas spüren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mehr Konjunktive hatte ich auf die Schnelle nicht in der Antwort unterbringen können. Sie hat die Botschaft zwischen den Zeilen aber nicht gehört, sondern war augenblicklich am Strahlen und überglücklich (und dachte vermutlich: endlich fühlt diese störrische Patientin das was sie soll.).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Damit war die „Übung“ endlich beendet. Und in dem Augenblick wo der Druck weg war, etwas spüren zu müssen, fühlte ich die Entspannung in meinem Gesicht. Ich konnte dies aber nicht mehr sagen (in der Regel kam ja dann auch sofort die nächste Übung).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In diesem Fall sagte die Logopädin aber augenrollend: „Sie müssen aber auch mehr auf Ihren Körper hören!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und ich dachte mir nur: wenn ich das tun würde, würde ich Sie erwürgen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gesagt habe ich dann stattdessen, dass ich es respektlos finde, wenn sie mir zehnmal dieselbe Frage stellt. Sie entschuldigte sich dann und fragte zurück, wie oft Nachfragen denn in Ordnung sei. Ich meinte daraufhin etwas zögerlich: einmal ist okay (am liebsten hätte ich spontan „Gar nicht“ gesagt, aber manchmal kann eine Nachfrage ja sinnvoll sein, um z.B. Missverständnisse aufzuklären.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und die Antwort der Logopädin darauf? „Na gut, einigen wir uns auf dreimal.“</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Endlich Hilfe &#8211; und DAS Aha-Erlebnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenig überraschend habe ich mir eine neue Logopädin gesucht und hatte das Glück, bei einem neuen Arzt das auch noch mal verschrieben zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste nun was ich nicht wollte und achtete mehr darauf, dass es um Stimme geht (eine Praxis speziell für Stimmstörungen. Denn ich hatte gelernt: es gibt Sprech-, Sprach und Stimmstörungen. Und es gibt Praxen, die alles anbieten, und welche, die auf Stimmprobleme spezialisiert sind).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte dann richtig großes Glück, an eine Logopädin und Atemtherapeutin zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mein gestresster Körper und Geist dringend benötigten bekam ich nun: Geduld, Respekt und Verständnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und <strong>das wichtigste Erlebnis, das ich zum Thema Körperwahrnehmung jemals hatte.</strong> Und zugleich die Erkenntnis, wie grundlegend entscheidend die „richtige Übung“ ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Atmen, das eher „Durchatmen“ als eine Übung war, kam eine Atemübung kombiniert mit einer Bewegung. Die Logopädin ging ganz langsam und geduldig vor. Erst mal nur atmen. Dann die Bewegung. Dann auf das eine achten, dann auf das andere. Und schließlich auf das Zusammenspiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wie es mir schon so oft bei Übungen ergangen war: ich machte das zwar alles. Aber wenn ich mich auf die Atmung konzentrierte, schien die Bewegung etwas aus dem Fluss zu kommen. Konzentrierte ich mich auf die Bewegung, floss der Atem nicht mehr so. Es fühlte sich so an wie zwei Zahnräder, die nicht ganz ineinander greifen. Es kostete mich ständige Konzentration, beides am Laufen zu halten. Irgendwie war es zäh und anstrengend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war es gewohnt, dass dann vom Gegenüber ein: &#8222;Einfach machen!&#8220;, &#8222;Nicht nachdenken!&#8220; oder ähnliches kam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie blieb geduldig und verständnisvoll und schlug eine andere Bewegung in Kombination mit dem Ein- und Ausatmen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in dem Augenblick, als ich die Bewegung machte, war plötzlich alles anders: ich musste nicht beides konzentriert am Laufen halten. Die Frage, die sie erst später stellte, hatte sich sofort beantwortet: Atmung und Bewegung waren eins. Ein harmonisches Ganzes. Einfach ein tolles Gefühl im Körper. Eine Harmonie die ich nie (oder schon sehr lange nicht mehr) gespürt hatte. Ich musste auf nichts achten. Alles lief wie von selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie probierte noch eine dritte Bewegung aus. Und wieder wurde ich vom Ergebnis überrascht: in dem Augenblick, als ich die Bewegung ausführte, war mein gesamter Körper komplett verspannt und ich hatte aufgehört zu atmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Rückmeldung von mir dazu, kam ein fröhliches: „Dann nehmen wir die zweite Übung.“ von der Logopädin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hingegen war jenseits meiner bisherigen Gedanken- und Gefühlswelt: niemals hätte ich gedacht dass drei Übungen (die alle laut Lehrbuch dasselbe bewirken sollen) derart unterschiedliche Auswirkungen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und welch ein Zufall, dass die drei Bewegungen, die sie ausprobierte, auch drei unterschiedliche Dinge bewirkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">A) es ist alles ganz leicht und harmonisch</p>



<p class="wp-block-paragraph">B) es ist irgendwie zäh, geht aber mit Konzentration</p>



<p class="wp-block-paragraph">C) es geht gar nicht</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es wurde mir schlagartig so vieles klar: die vielen Male wo ich mich durch Übungen gequält hatte und mir gesagt wurde: mach einfach, lass dich auf die Übung ein, denk nicht nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder wenn man die Gedanken des Lehrers, die er vermutlich hatte, stark zusammenfasst: „Stell Dich nicht so an!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hatte ich mich immer doppelt schlecht gefühlt. Dass die Übung nicht so geklappt hat, dass alles so zäh gewesen war. Und dass wohl irgendwas mit mir bzw. meinem Mindset nicht stimmte. Dass irgendwas in meinem Inneren total schwierig und anstrengend ist. Und dann war ich genervt von mir selbst gewesen und habe in meinem Inneren nach Gründen gesucht, warum die Übung sich so zäh anfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die vielen Male, wo mir unterstellt worden war, ich hätte kein Körpergefühl Nur weil ich nicht das fühlte was ich sollte. Was das Lehrbuch sagte oder der Lehrplan des Lehrers. Am Ende hatte ich es selbst fast geglaubt, dass ich kein Körpergefühl habe bzw. mit meinem etwas nicht stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekam aber nun das Selbstbewusstsein zurück, dass mein Körpergefühl richtig ist, auch und gerade wenn es sich zäh anfühlt. Es gibt Gründe für das zähe Gefühl, ja. Vielleicht muss ich eine innere Bremse lösen. Vielleicht ist es aber auch einfach nicht die passende Übung.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Meine Körperwahrnehmung &#8211; und endlich Bauchgefühl</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dieser Erkenntnis und dem Gefühl für die drei möglichen Wirkungen einer Übung, bin ich an die Übung in der nächsten Stunde ganz anders herangegangen: auf einen Igelball tretend sollte ich ausatmen und dann beim Zurückgehen einatmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kannte ich schon von der ersten Logopädin, aber es war damals zäh gewesen und sie genervt. Und ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun aber übte ich zu Hause und merkte: irgendwas stimmt einfach mit der Übung nicht. Beim Zurückgehen war ich immer angespannt. Dieses Grundgefühl in meinem Körper konnte ich nicht ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also kehrte ich die Übung um: ich atmete beim Zurückgehen aus und beim nach vorne gehen ein. Und plötzlich fühlte sich alles viel leichter und stimmiger an. Die Übung entsprach nun meinem Körpergefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich in der nächsten Stunde der Logopädin beides vorführte war sie überrascht und begeistert. Zu meiner Variante sagte sie: &#8222;Und plopp war der Bauch draußen.&#8220; Und ich verstand plötzlich, dass es nicht um die Bauchbewegung ging, denn das Rein und Raus des Bauches geht auch ohne Atmen, nur mit Hilfe von Muskeln. Der Wechsel von Anspannung und Entspannung ist aber etwas anderes. Und in dem ganzen Stress hatte mein Körper das verlernt, war dauerangespannt gewesen, hatte nie mehr losgelassen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, Atmen beim Gesang ist mehr als reflektorische Einatmung, aber die Entspannung zwischendurch ist wichtig, sonst baut sich zu viel Spannung auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hatte ich nun verstanden und gefühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein langes Ausatmen und das entspannte oder besser entspannende Einatmen ist deshalb seitdem eine wichtige Methode für mich, Stress und Anspannung loszuwerden. Zugleich merke ich auch an der Bauchbewegung, wenn die Anspannung (noch) nicht weg ist. Ganz wichtig für mich: Entspannung kann man nicht erzwingen. Sonst bewegt sich zwar zum Beispiel der Bauch, aber ohne dass sich die Spannung wirklich löst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Entspannung ist auch nicht das Gegenteil von Stress. Vergleiche den Beitrag zu Stress und Entspannung &#8222;<a href="https://anja-singt.de/entspannung-finden-den-eigenen-weg-finden/" data-type="post" data-id="771">Entspannung finden &#8211; den eigenen Weg finden</a>&#8222;.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe bewusst dieses Thema als allerersten Blogbeitrag gewählt. Weil es eine grundlegende Erfahrung war, die alles verändert hat. Körper und Geist. Mein Selbst-Bewusstsein. Ich könnte in diesem Beitrag noch so viel schreiben, aber das werde ich in anderen Blogbeiträgen tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es hat sich noch so viel mehr ergeben und verändert. Freut Euch auf viele weitere Beiträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/">Die richtige Übung &#8211; wie sie alles verändern kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
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