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	<title>Negative Glaubenssätze-Archiv - anja-singt.de</title>
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	<description>Eine Seite über Gesang und mehr</description>
	<lastBuildDate>Sat, 15 Aug 2026 11:54:20 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Negative Glaubenssätze-Archiv - anja-singt.de</title>
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		<title>Leise und locker singen – wie sich Unerreichbares auswirkt</title>
		<link>https://anja-singt.de/1371-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2026 16:55:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Körperwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Die richtige Übung]]></category>
		<category><![CDATA[Innere Anteile]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Glaubenssätze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Dinge die ich nicht verstehe oder kann. Einiges davon möchte ich gerne noch lernen und hoffe, dass es irgendwann klappt. Aber das Thema Leise und Locker Singen hat mich bislang viel Zeit und Tränen gekostet und mir mehr geschadet als genutzt.<br />
Ist es für mich wirklich unerreichbar?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/1371-2/">Leise und locker singen – wie sich Unerreichbares auswirkt</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Das erste Mal Leise Singen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alles begann als ich einen neuen Gesangslehrer ausprobierte. Es schien vom ersten Eindruck her zu passen. Aber schnell tauchte ein Problem auf: ich sollte leise singen. Ich dachte ich hätte das getan, aber es kam als Reaktion. „Das ist nicht leise!“ Ich probierte es wieder und wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich wirklich bemüht leise zu singen. Aber es war nie leise genug. Und er wurde immer ungeduldiger und genervter von mir und ich frustrierter, weil es nicht klappen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er versuchte es mit Bildern – z.B. dass ich in einem Raum mit schlafenden Menschen bin und niemanden aufwecken will. Aber das half nicht. Ich wusste ja, was er mit leise meinte. Aber es war immer zu laut, was aus mir herauskam. Und meine Frage, ob ich das dazu Nötige vielleicht einfach nicht ansteuern kann in meinem Körper wischte der Lehrer weg. Das sei Quatsch. Natürlich könnte ich das. Ich müsse es nur wollen. Ich solle mich nicht so anstellen. Mich auf die Übung einlassen. Locker bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So fing ich an, meine Stimme irgendwie aufhalten zu wollen. Rückblickend eine blöde Idee, aber ich wurde immer verzweifelter und frustrierter und er immer genervter. Und so probierte ich ratlos und verzweifelt alles mögliche, um irgendwie leiser zu singen. Während er immer genervter wurde weil ich es nicht hinbekam und mir sogar unterstellte, es absichtlich falsch zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende merkte ich, wie ich krampfhaft versuchte leise zu singen und wirklich alles in mir verspannt war: ich schob die Luft nur noch durch meine Stimmlippen, geschwungen hat da gar nichts mehr. Das habe ich deutlich gespürt. Und das war ein wichtiges Erlebnis und eine wichtige Erkenntnis gewesen. Ich merkte bei allem Selbstzweifel (dazu mehr weiter unten): das kann es nicht sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich beschloss, dass das nicht das richtige für mich ist und suchte mir einen anderen Lehrer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die (unerfüllte) Aufgabe, leise und locker zu singen blieb aber in meinem Unterbewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vermutlich auch deshalb, weil mir das Thema schon zum zweiten Mal begegnet war: vor über 25 Jahren studierte eine Bekannte Gesang und erzählte mir von einer ihrer Schülerinnen, die leise singen sollte (und damit Probleme hatte). Ich hatte schon damals Verständnis für die Schülerin und fand, dass meine Bekannte viel zu ungeduldig und genervt war von der Schülerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es hatte sich etwas eingegraben in mein Unterbewusstsein: Leise-Singen ist wichtig, gar grundlegend für das Singen. Denn die Lehrer nutzen es gleich zu Beginn, als Basis, um alles darauf aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich? Ich bin dann wohl zu laut, gebe zu viel Druck, mache etwas Grundlegendes falsch. Bekomme noch nicht mal die Basis des Gesangs hin. Bin nicht locker genug. Und weiß auch nicht, was ich ändern soll, weil ich nicht weiß, was ich falsch mache. Der Frust war entsprechend groß, aber mir noch nicht in allen Ausmaßen bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch mein Selbstbewusstsein hatte massiv gelitten. Nicht nur weil ich etwas nicht konnte, gar nicht wusste, wie ich das hinbekommen soll. Sondern auch durch diesen Satz: „Das ist nicht leise!“. Obwohl ich nach meinem Empfinden leise gesungen hatte. Das nährte den Zweifel an meiner eigenen Wahrnehmung. Schürte den Verdacht, dass das, was ich höre und fühle, nicht richtig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst über eineinhalb Jahre später bei der Atemtherapie habe ich das Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung wiedergefunden. Vgl. <a href="https://anja-singt.de/atmen-und-entspannen-wie-wichtig-die-richtige-uebung-ist/" data-type="post" data-id="436">Beitrag zum Thema „Die richtige Übung“</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das zweite Mal &#8211; immer noch nicht leise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jahre später. Auf der Suche nach einer Idee für ein bestimmtes Stimmproblem habe ich eine Gesangslehrerin ausprobiert, die den Ruf hat, schnell Stimmen analysieren zu können. So dachte ich, sie hätte vielleicht noch eine neue Idee für mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Gesangstunde landeten wir aber schnell beim Leise-Singen. Und ich nahm es als Chance für einen neuen Versuch. Nun hatte ich doch viel mehr Erfahrung und durch die Atemtherapie auch mehr Körperbewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich wusste wie es sich anfühlt, wenn ich es krampfhaft versuche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging es also so locker und gelassen wie nur möglich an und achtete darauf, es nicht „zu sehr“ zu wollen. Hatte meine Stimme nicht bei meinem Gesangslehrer in den letzten Jahren in vielen verschiedenen Höhen und Lautstärken geschwungen und geklungen? Zuversichtlich und selbstbewusst startete ich mit leisen Tönen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dann kam er wieder, der Satz: „Das ist nicht leise!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Puh. Immerhin war sie nicht so genervt, sang es mir noch mal vor, sagte, dass es kein Problem ist wenn die Stimme wegbricht. Gab sich wirklich Mühe. Und ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das Ergebnis blieb. Es war &#8222;nicht leise“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sagte. „Erlaube Dir leise zu singen!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich war mir sicher: dieses Mal war ich beim Singen nicht krampfhaft und verzweifelt gewesen. Ich hatte es so gelassen und entspannt versucht wie möglich. Und doch fiel es mir schwer, dem aufkommenden Frust keinen Raum zu geben. Denn ja, ich hatte gehofft, dass ich nun nach den vielen Jahren „leise“ singen könnte. Dass ich das, was man dafür benötigt, mittlerweile durch Atemtherapie, Entspannungsübungen und Gesangsunterricht bei einem geduldigen Lehrer gelernt hätte. Aber dann wohl nicht &#8211; stellte ich enttäuscht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende sagte sie: „Wir werden um das Leise-Singen nicht herumkommen. Alles andere hat mit Verspannung zu tun.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich verabschiedete mich von ihr mit den Worten, dass das Leise-Singen nichts für mich ist. Dass ich mit anderen Übungen wie z.B. Resonanz-Spüren gute Erfahrungen gemacht hätte und dass ich es damit weiter probieren würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war natürlich eine starke Vereinfachung und Zusammenfassung meinerseits gewesen. Aber ich wollte im Guten auseinander gehen (sie hatte sich ja Mühe gegeben) und ihr zugleich nicht Recht geben, dass es ohne Leise-Singen nicht geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Gesangslehrer bestärkte mich in meiner Meinung und Wahrnehmung. Leise-Singen sei sehr schwer und käme im Studium erst spät dran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte, dass die Erfahrung mir nun geholfen hätte, mit dem Thema abzuschließen. Leise-Singen ist nichts für mich. Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weil ich es nicht will oder kann, aber es hilft mir nicht, um den richtigen „Modus“ herzustellen. Umgekehrt, wenn ich bzw. meine Stimme im richtigen Zustand sind, kann ich auch leise singen. Leise singen ist (für mich) nicht der Weg zu etwas, sondern ein Ergebnis eines Zustandes, den ich auf andere Art und Weise herstelle/finden werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So hatte ich das Thema abhaken wollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nie wieder leise und locker singen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nach einigen weiteren Jahren musste ich feststellen, dass ich irgendwie nicht weiterkam. Im Gesangsunterricht lief es nicht bzw. zäh. Ich merkte: ich muss in meinem Inneren etwas ändern. Und beim Erforschen meiner Gedanken und Wünsche bemerkte ich, dass ich dem Ideal von „Leise und Locker“ immer noch hinterherlief. Und dass es mir nicht half.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war für mich immer noch so etwas wie der „Heilige Gral“ des Gesangs. Etwas das man können, erreichen sollte. Etwas für mich Unerreichbares. Etwas, was mich immer nur frustriert, weil ich es einfach nicht hinbekomme. Dafür hatte ich immer das Gefühl, zu viel zu machen, nicht locker genug zu sein Es müsste sich doch alles ganz leicht anfühlen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen war ich immer nur frustriert. Und das immer noch nach so vielen Jahren, seit ich das erste Mal erfolglos versucht hatte leise zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fasste den Entschluss, dass zu lassen. Einfach zu singen. Egal, dann ist es eben nicht locker und leise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in der nächsten Gesangsstunde lief es plötzlich viel besser so dass mein Lehrer wissen wollte, was passiert war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe aufgehört zu versuchen, leise und locker zu singen.“ sagte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und eine gewisse Zeit lang lief es besser. Vielleicht sogar gut. Ich erinnerte mich an einen Workshop wo bei einer Übung gesagt wurde: „Sing das ‚U‘ so, als ob Du dein Leben lang darauf gewartet hast, das &#8218;U&#8216; zu singen.“ Das fand ich immer noch übertrieben. Aber ich wusste damals, was gemeint war. Nichts zurückhalten. Den Ton, den man singt, auch so meinen. Zu 100% hinter dem Ton stehen den man singt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und leise und locker? Einfach vergessen … ?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber leider klappte das nicht ganz. Ich habe es ehrlicherweise nur weggeschoben, so wie etwas, was man gerade nicht schafft und es auf später verschiebt, um sich darum zu kümmern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch war ich glücklicher, freier, selbstbewusster. Und hatte auch wieder etwas Spaß am Singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das Problem: das „Ideal“ vom leise und locker Singen. Es geistert immer noch in meinem Unterbewusstsein herum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus verschiedenen Gründen. Weil es für eine bestimmte Methode die absolute Grundlage des Singen-Lernens ist. Und weil ich es nicht kann. Grundlagen nicht zu können ist frustrierend. Auch wenn es eine andere Methode des Lernens ist. Eine andere Herangehensweise, um Singen zu lernen. Ich versuche mir das selbst zu erklären. Ich dachte, ich würde es glauben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Inneren Glaubenssätzen auf der Spur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe auch einige Newsletter von Gesangslehrern abonniert. Und einige youtube-Kanäle. So stoße ich regelmäßig auf bestimmte Themen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da war es dann kürzlich wieder: das Loslassen. Bzw. eine Beschreibung, wie ungläubig und glücklich sie war, als sie merkte, wie wenig sie machen muss, um vollen Klang in der Stimme zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das löste bei mir leider wieder nicht nur die Sehnsucht aus, das auch zu erleben, sondern auch den Frust, besonders weil dann immer beschrieben wird, wie &#8222;einfach&#8220; und &#8222;leicht&#8220; es sich anfühlt, wenn man es gefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es ist eben nicht leicht finden. Und nicht einfach herzustellen. Im Gegenteil, wenn man unbedingt leicht und locker singen will, passiert genau das Gegenteil. Immerhin hat der Newsletter bestätigt, dass das frustrierend ist. Und es mit dem Willen „Ich singe leise und locker“ nicht funktioniert bzw. nicht funktionieren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Internet bin ich zum Thema Loslassen auch auf einen Blog-Beitrag einer Gesangslehrerin gestoßen, die schrieb, dass sie dabei niemandem helfen könne, es zu finden. Der Schüler müsse das selbst finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da habe ich eine andere Erwartung an Lehrer und den Unterricht. Ich erwarte Hilfe. Natürlich muss man einiges für sich und in sich selbst entdecken. Aber die Unterstützung dabei, die benötige ich. Deshalb gehe ich zum Gesangsunterricht. Allein in seinem Kämmerlein – auch mit Internet und KI als Ratgeber – kommt man nicht weiter. Oder nur zu einem gewissen Punkt. Und der endet dann wie bei mir in Frust. Und sogar in dem Lösungsansatz, das mit dem Singen einfach zu lassen, wenn ich es einfach nicht hinbekomme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und immer wieder das Thema Glaubenssätze. Oder präziser negative Glaubenssätze. Und dass insbesondere Frauen oft denken, sie dürften nicht laut sein, dürften nicht selbstbewusst und dominant sein. Oder es hat jemand in der Kindheit gesagt, dass man schief singt. Und dann man hat sich nie wieder getraut laut – oder besser: nach Herzenslust – zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird einem so vieles angeboten, was man möglicherweise denken könnte oder erlebt haben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meinem Forschen nach Glaubenssätzen bin ich auf viel Frust gestoßen. Und immer wieder auf die Erkenntnis, dass mir niemand gesagt hat, ich sei zu laut. Und dass ich mir nie habe sagen lassen, was ich tun soll. Eine zeitlang habe ich sogar immer das Gegenteil getan, was andere gesagt haben, bis ich die Erkenntnis hatte, dass ich mich ja dadurch auch von anderen beeinflussen lasse. Ich tue das, was ich will, egal was jemand sagt. Das ist nicht immer leicht, weil es trotzdem den braven folgsamen und den rebellischen Anteil in mir gibt und die wollen grundsätzlich das Gegenteil. Und sind nicht hilfreich dabei herauszufinden, was <strong>ich</strong> will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was hat das mit Leise und Locker zu tun? Einiges. Denn erst mal muss ich herausfinden was ich will. Aus Prinzip gegen Leise und Locker zu sein hilft eben auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur: die Unterstellung, das ich etwas Schlimmes in der Kindheit erlebt habe, warum ich es nicht zulassen kann, leise zu sein, das hilft auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verständnis der Lehrerin von vor ein paar Jahren („Erlaube Dir leise zu sein.“) möchte ich deshalb relativieren. Es ist Verständnis für ein psychisches Problem, das die Lehrerin annimmt, das ich das habe. Da wehrt sich gleich der Rebell in mir. Was soll die Unterstellung? Außerdem hilft es nicht weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch, dass kürzlich beim Lesen des Newsletters noch mal alles hoch gekommen ist, der ganze Frust, die Verzweiflung etwas ganz Grundlegendes nicht zu können, bin ich aber wieder einen Schritt weiter gekommen. Denn wieder weinend auf dem Sofa sitzen, obwohl ich doch bereits vor einem Jahr beschlossen hatte, mich so nicht mehr fühlen zu wollen. So ratlos und hilflos. Nein!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Locker und leise &#8211; eine falsche Vorstellung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte die Erkenntnis, dass das Thema Leise und Locker Singen wohl doch nicht abgeschlossen ist für mich und ich es nur weggeschoben hatte. Und mir wurde bewusst, dass auch das Unverständnis der Lehrer, dass ich es nicht hinbekomme habe mit dem Leise-Singen, eine negative Erfahrung für mich gewesen ist. Denn dadurch hatte sich umso mehr festgesetzt: das ist etwas ganz Grundlegendes und so einfach, dass der Lehrer sogar glaubt ich würde absichtlich falsch singen, weil er sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass ich nicht leise singen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nun war es vollkommen klar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Glaubenssatz der mich ausbremst ist genau dieses Leise-Singen, Locker sein, Loslassen können. Die Vorstellung, dass ich Zenmeister-mäßig entspannt sein muss, um Loszulassen und Singen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Newsletter habe ich darüber noch mal nachgedacht und im Gesangsunterricht noch mal geprüft, wie ich mich beim Singen fühle. Bzw. wie sich das Singen anfühlt. Und hatte die Erkenntnis, dass ich die Energie in mir fühle, dass etwas aus mir raus will. Der Atemstrom. Alles mögliche. Und das hatte ich im Widerspruch dazu gesehen, dass es „leicht“ und „locker“ sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das ist es vielleicht gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte mir unter „locker“ und „leicht“ vielleicht nur etwas anderes vorgestellt. Denn mein Gesangslehrer hatte schon öfter gesagt, dass das für meine Stimme doch leicht gewesen sei. Also kann „leicht“ und „mit Energie“ wohl doch zusammenpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass das Wort „leise“ nun zum Schluss hier nicht mehr vorgekommen ist. Dafür habe ich immer noch keinen Ansatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich freue ich, wenn mir jemand schreibt, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und eine Lösung gefunden bzw. Erkenntnis dazu gewonnen hat</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Gesangslehrer möchte ich darauf hinweisen, dass sie durch Anweisungen wie „leise“ und „locker“ singen schlimmstenfalls genau die negativen Glaubenssätze in das Unterbewusstsein des Gesangsschülers setzen, die sie dort vermuten: ich bin zu laut, zu viel, …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die falsche Vorstellung (weil es sich ja leicht und locker anfühlen soll) dazu führt, dass man denkt, dass man falsch singt, obwohl man gerade mit voller, freier Stimme singt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/1371-2/">Leise und locker singen – wie sich Unerreichbares auswirkt</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Innere Kritiker &#8211; wie mit ihm umgehen?</title>
		<link>https://anja-singt.de/der-innere-kritiker-was-tun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 17:47:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Innere Anteile]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Glaubenssätze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe diesen inneren Anteil lange Zeit missverstanden. Habe ihn so gesehen wie in der Illustration. Dachte es ginge darum, mich selbst nicht fertig zu machen. Aber dass auch dazugehört, wie ich mit anderen Menschen umgehe und dass auch positive Bewertungen ein Problem sind, das war mir nicht bewusst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anja-singt.de/der-innere-kritiker-was-tun/">Der Innere Kritiker &#8211; wie mit ihm umgehen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://anja-singt.de">anja-singt.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Der Innere Kritiker &#8211; ich habe diesen inneren Anteil lange Zeit missverstanden. Habe ihn so gesehen wie in der Illustration zu diesem Beitrag. Dachte es ginge darum, mich selbst nicht fertig zu machen. Aber dass auch dazugehört, wie ich mit anderen Menschen umgehe und dass auch positive Bewertungen ein Problem sind, das war mir nicht bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Workshops oder im Gesangsunterricht wollen die Lehrer einem helfen. Und setzen nicht nur bei der Stimme an. Sondern zum Beispiel auch bei der inneren Einstellung, Glaubenssätzen. Oder dem Inneren Kritiker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich fragte mich: Was hat es damit auf sich? Ist er das Böse in mir? Und bin auf verschiedene Methoden und Lösungsansätze gestoßen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bewerte Dich nicht = keine Gefühle?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bewerte Dich nicht – ein gut gemeinter Rat. Aber so funktioniert das nicht. Man hört nicht einfach damit auf, weil das jemand sagt. Und auch nicht, weil man es will. Man kann sich aber bewusst machen, wenn man gerade sich oder andere bewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei mir hat der Satz sehr negative Folgen gehabt. Ja, ich habe öfter den Kopf geschüttelt oder das Gesicht verzogen im Gesangsunterricht. Aber dann angekackt zu werden, teilweise sogar eher angeschrien: <strong>„Bewerte Dich nicht !!!</strong>“ hat nicht geholfen. Es hat dazu geführt, dass ich meine Gefühle unterdrückt habe, versucht habe jeden Muskel in meinem Gesicht zu kontrollieren um ja nicht wieder angeschrien zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende war aber alles umsonst: denn auch wenn meine Augenbraue sich nur noch einen Millimeter nach oben bewegte, verlor mein Gegenüber die Nerven und kackte mich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Ergebnis war noch schlimmer: beim nächsten Gesangslehrer konnte ich lange Zeit gar keine Gefühle zeigen, war wie tot, konnte mich auch nicht freuen, wenn etwas klappte. Ich weiß noch eine Situation nach ein paar Monaten Unterricht: er strahlte mich an, als sich obere Resonanzräume bei mir öffneten und die Stimme mitten in der Übung wesentlich mehr Klang bekam. Er hat sich so gefreut. Und ein Teil von mir wollte sich mitfreuen, wollte glücklich sein. Aber ein anderer Teil von mir hat das verhindert. So tief war in mir verankert: auf keinen Fall irgendwelche Gefühle zeigen, sonst werde ich wieder angeschrien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das tut mir heute noch leid, für mich und auch für ihn. Er hat sich wirklich gefreut. Und blickte in ein starres, leeres bis trauriges Gesicht – traurig weil ich keine Freude zulassen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nein, das ist auf keinen Fall das Ziel, wenn es um den Inneren Kritiker geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht nicht darum, keine Gefühle zuzulassen, keine Freude, aber auch kein Leid mehr zu empfinden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Den Inneren Kritiker klein machen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Workshops und auch bei einigen Gesangslehrern wird etwas näher auf das Innere eingegangen. Das heißt: statt einfach aufzufordern: „Bewerte Dich nicht“ werden Themen wie negative Glaubenssätze, innere Einstellungen und ähnliches angesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch vom Inneren Kritiker gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wird dann so wie in der Illustration zu meinem Beitrag (siehe oben) dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas Böses im Inneren, das einem sagt, dass man das eh nicht schafft. Etwas, das einen klein und schlecht macht. Das rührt von negativen Glaubenssätzen. Und die gilt es aufzuspüren und zu ersetzen. Das sind verkürzt zusammengefasst die häufigen Ratschläge und Anweisungen, um mit dem Inneren Kritiker fertig zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kurz so einfach? Nein, es steckt da einiges an Arbeit dahinter, das aufzulösen. Es gibt überall viele Tipps und Wegweiser, wie man an sein Inneres rankommt. Ich habe davon vieles ausprobiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Durchforsten und Analysieren meines Inneren bin ich immer auf meine drei zentralen Wertvorstellungen gestoßen: Respekt, Geduld und Verständnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend entsetzt bin ich, wenn ich dann in Workshops von anderen höre, wie sie ihren Inneren Kritiker wegschieben, klein machen, negativ bewerten. Sich über ihn lustig machen, um ihn nicht ernst zu nehmen bzw. um ihm keinen Raum zu geben. Und das für eine gute Idee/Lösung halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Workshop habe ich versucht, das vorsichtig anzusprechen. Dass es um einen respektvollen Umgang mit sich selbst geht und dass diejenigen, die ihren Inneren Kritiker fertig machen letztendlich nichts anderes tun, als sich selbst (bzw. einen Teil von sich) fertig zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das habe ich im Workshop so nicht gesagt, da ich weiß, dass das mit hoher Wahrscheinlichkeit als Angriff gewertet würde. Ich habe ganz bewusst in Ich-Botschaften gesprochen und erklärt, wie es mir geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch wurde meine Botschaft nicht aufgenommen oder gar verstanden und es gab allseits nur Kopfschütteln und Erläuterungen nach dem Motto: du hast das gar nicht verstanden, was wir gesagt haben. Doch hatte ich … aber umgekehrt war nicht verstanden worden, was ich zu bedenken gegeben hatte bezüglich „Innerer Kritiker“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es geht um eine Innere Wertschätzung. Für sich selbst und andere. Und das beinhaltet, dass ich mich nicht selbst fertig mache, respektvoll und verständnisvoll mit mir umgehe und ebenso mit jedem anderen. Und auch mit meinen Inneren Anteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit meinem Inneren Kritiker bin ich im Reinen. Denn er gehört zu mir. Ich finde es ist wichtig zu verstehen, dass Kritik an sich nichts schlechtes ist. Dass es auf die Situation ankommt. Und die Art und Weise der Kritik. Respektvoll und konstruktiv im Idealfall. Den Inneren Kritiker als Buh-Mann hinzustellen, halte ich meinerseits für den falschen Ansatz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sind positive Bewertungen etwas Schlechtes?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Oben habe ich bereits etwas dazu geschrieben, dass es beim Umgang mit dem Inneren Kritiker nicht darum geht, keine Gefühle (positiv oder negativ) mehr zu haben. Aber es geht auch nicht darum, keine negativen, sondern nur noch positive Bewertungen abzugeben. Es geht tatsächlich darum, KEINE Bewertung abzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Teil habe ich lange Zeit nicht verstanden. Denn ich sah in positiven Gefühlen und Bewertungen nichts schlechtes. War froh, dass ich mich irgendwann wieder freuen konnte und die schlechten Erfahrungen aus dem Gesangsunterricht verarbeitet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umso irritierter war ich, als ich an verschiedenen Stellen mitbekam, dass es auch um positive Bewertungen geht. Ich dachte, es ginge nur darum, sich nicht selbst fertig zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sich selbst und andere zu motivieren, positiv zu bewerten, das konnte doch nichts Schlechtes sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je mehr ich mich aber mit meinem Inneren beschäftigte und über den Inneren Kritiker, Gedanken, Gefühle und Glaubenssätze las, umso mehr verstand ich, worum es bei dem Aspekt der „Bewertung“ geht. Dass „Ich bin so dumm, ich schaffe das sowieso nicht.“ eine Kehrseite mit demselben Problemen hat: „Boah, bin ich schlau, ich bin einfach die Beste.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen haben Bewertungen oft auch einen vergleichenden Aspekt. Das heißt: indem ich mich supergut bewerte, werte ich andere ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so geht es eben nicht nur darum, sich nicht selbst fertig zu machen, es geht auch darum, andere nicht fertig zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oft wird ja auch darauf hingewiesen, man solle sich nicht vergleichen. Meist wird als Beispiel dann etwas genannt wie „Die anderen können das besser als ich, es bringt gar nichts, wenn ich das versuche, ich werde das nie lernen …“. Es geht aber auch umgekehrt: „Ha, ich treffe die Töne viel besser als der …“, „Na, DIE Übung bekomme ich aber besser hin …“, „Hmm, die kann aber ihre Gefühle gar nicht so rüberbringen wie ich!“ (und dann diese eigenen Gedanken negativ bewerten und sich wieder selbst fertig machen wie arrogant und unsympathisch man ist … nein so kommt man nicht weiter)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch ohne einen Vergleich („Ich bin so gut, was interessieren mich andere?“) und wenn ich nur an mich denke, bin ich trotzdem in einem bestimmten Modus. Einem Bewertungsmodus. Ich freue mich nicht, ich genieße nicht, sondern ich bewerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bezogen auf den Gesangsunterricht heißt das, dass es vom Zustand her erst mal egal ist, WIE ich mich bewerte. Ich bin im „Bewertungs-Modus“ und nicht im „Machen-Modus“. Bin abgelenkt durch Analyse – und dann ist es egal ob ich denke: „Urgh, der Ton klang aber schief.“ oder „Wow, der Klang war aber mal richtig toll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist dieselbe Ablenkung. Auch wenn es mir selbst gegenüber „schöner“ und „netter“ ist, mich positiv zu bewerten, anstatt mich fertig zu machen. Und mich freuen will ich ja auf jeden Fall. Und mich auch mal ärgern. Ja &#8230; es ist ein schmaler Grat … zwischen Gefühlen und Bewertung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlicherweise empfinde ich das auch immer noch als hohe Kunst. Mich nicht ablenken zu lassen. Egal durch welche Gedanken. Ich versuche im „Machen“ zu bleiben, aber es fällt mir immer noch schwer. Ich falle da immer mal wieder raus aus verschiedenen Gründen. Aber ich habe verstanden, warum jegliche Bewertung in bestimmten Situationen nicht weiterhilft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Beobachten und nicht bewerten“ war mal ein Tipp und vielleicht drückt das auch eine etwas andere Definition des Wortes „Kritik“ aus: konstruktiv und im Sinne des Findens einer Lösung. Nach dem Machen zu analysieren, um das nächste Mal etwas zu verändern.<br>Ich hoffe, diesen Beitrag hier später noch um eine wichtige Erkenntnis ergänzen zu können, denn leider bin ich an dieser Stelle noch etwas ratlos.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Perfekt sein?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Also doch das Idealziel, keine negativen Gedanken und Gefühle zu haben, weder sich selbst noch andere gut oder schlecht zu finden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie so oft gibt es fließende Übergänge. Ist das Freude und Glück, Bedauern, ein trauriger Moment? Oder schon Bewertung und Kritik? Oder gar Neid, Häme?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es ist situationsabhängig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lese ich gerade diesen Blogbeitrag und stelle fest, dass er sehr lang ist und das, was ich sagen wollte, in den Hintergrund tritt? Dann ist das konstruktive Kritik bei dem was ich tue und was ich sagen, erreichen will. Oder mache ich mir Vorwürfe? Denke ich: „Oh Mann, schon wieder zu viel Gelaber, ich kann mich einfach nicht kurz fassen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schneide ich mich am Papier und ärgere mich, weil ich den Brief, den ich wegschicken wollte, vollblute und verziehe das Gesicht, weil ich Schmerzen habe? Oder mache ich mich fertig, weil ich zu dumm bin einen Brief in den Umschlag zu stecken und wie immer vergessen habe Pflaster auf Vorrat zu kaufen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich darf mich freuen, ärgern, weinen, laut „Was mach ich hier für einen Scheiß!“ schreien oder ausrufen: „Super, dass ich an die Pflaster gedacht habe.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich darf alles fühlen und denken und auch mich und andere kritisieren. Aber ich sollte auf Geduld, Respekt und Verständnis für mich und andere achten. Mich und andere nicht „fertig machen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn: perfekt ist nicht das Ziel. Dabei würde ich im Übrigen wiederum alles bewerten was ich (und andere) machen und mich schlecht fühlen/machen, weil ich nicht perfekt bin. Und dieser Beitrag zu lang. Trotzdem will ich am Ende noch eine Geschichte loswerden &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zusatzaufgabe</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Damit es nicht so theoretisch bleibt, noch eine kleine Story aus einem Stressmanagement-Seminar, das ich mal besucht habe und das mir sehr geholfen hat. Und ein schönes Beispiel dafür, wie es ist, wenn jemand immer alles bewertet.</p>



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<pre class="wp-block-verse"><em>Eine Teilnehmerin hat ständig Kommentare abgegeben. Zu allem. Wir haben zum Beispiel ein Stressradar gezeichnet und sie rief beim Blick auf meines gleich aus: „Das geht ja bei Dir über die Linie drüber! Und du hast ja in allen Bereichen dauerhaft Stress!“ Ich dachte mir nur: ja, ist ja auch ein Stressradar – und das enthält die Bereiche die Stress verursachen und wie stark und oft.</em></pre>



<pre class="wp-block-verse"><em>Am nächsten Tag sollten wir etwas anderes ausfüllen und wieder kam ein Kommentar: „An Linien und Kästchen halten ist wohl nicht so deins!“</em><br><br><em>Mir war das egal, ich habe das so ausgefüllt wie ich es empfunden/mir in den Sinn gekommen war. Es war authentisch was ich gemalt/geschrieben hatte. Und half mir, einige Aspekte zu erkennen.</em><br><br><em>Kommentare und Bewertungen dazu brauchte ich nicht.</em></pre>



<pre class="wp-block-verse"><em>In der Mittagspause kaufte sie sich dann einen Schal, den sie gleich freudestrahlend präsentierte und meinte: „Der würde Dir auch gut stehen!“</em><br><br><em>Ihren Versuch, mir den Schal umzulegen habe ich dann mit kurzen, deutlichen Worten verhindert.</em></pre>



<pre class="wp-block-verse"><em>Ansonsten hatte ich (nachdem ich mich am ersten Tag mit ihr unterhalten hatte, aber gemerkt hatte, das mir das nicht gut tut, weil die Diskussionen mit ihr – da sie ja alles kommentierte und bewertete was jemand tat oder sagte - zu nichts Gutem führen würden) für mich beschlossen, nicht auf sie einzugehen. Es ging schließlich um Stressmanagement. Ich hätte sie als extrem anstrengend, nervig, übergriffig usw. bewerten müssen und mich mit ihr anlegen und mich extrem aufregen müssen.</em><br><br><em>Aber ich hatte mich dazu entschieden, zu atmen und zu entspannen, egal was sie sagt. Ich konzentrierte mich darauf, was die Dozenten sagten und auf die Aufgaben (bzw. die Ideen zum Stressmanagement und zur Entspannung). Ich nahm die Teilnehmerin als Teil des Seminars und „Zusatzaufgabe“.</em></pre>



<pre class="wp-block-verse"><em>Nachdem sie mich zwei Tage lang zugetextet hatte und ich sie eineinhalb Tage schweigend ignoriert hatte, suchte sie sich am dritten Tag mit dem Kommentar „Wir sind wie Feuer und Wasser!“ jemand anderen zum „Reden“ und auch die Aufgaben, die man zu zweit machen sollte, machte sie nun mit jemand anderem.</em><br><br><em>Die neue Partnerin fing dann an mit ihr zu diskutieren und es dauerte nicht lang, da hatte sich das „Gespräch“ soweit hochgeschaukelt, dass geschrien wurde und die Dozentin vermitteln musste.</em></pre>



<pre class="wp-block-verse"><em>Am Ende bin ich dann mit ihrer Ex- und meiner neuen Arbeits-Partnerin in der Mittagspause spazieren gegangen und sie fragte mich, wie ich das ausgehalten hätte und so ruhig geblieben sei. Ich sagte: „Einfach ignorieren. Ich habe innerlich langsam bis 10 gezählt ...“</em></pre>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Aspekt des gegenseitigen Respektes finde ich die Lösung zwar schade, aber mit Miss &#8222;Zusatzaufgabe&#8220; reden ging leider nicht. Und es ist ein gutes Beispiel, was man nicht tun sollte: andere Bewerten, alles, was jemand tut und wie er es tut, kommentieren …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist genau das, was gemeint ist wenn es darum geht „Bewerte nicht!“ Nicht Dich selbst. Nicht andere. Kommentar-Funktion deaktivieren <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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